Neue Lyrik von Wilhelm Lehmann

Die Werke Wilhelm Lehmanns sind seltsamerweise wenig bekannt: diese zwischen Schwermut und Schönheit wunderbar ausgewogenen Erzähnungen und Romane, wie "Weingott". "Der bedrängte Seraph" und "Die Schmetterlingspuppe", und auch seine Lyrik, deren geisterfüllter, naturhingegebener Vogellaut in den Gedichtbänden "Antwort des Schweigens" und "Der grüne Gott" ertönt

Der neueste Lyrikband von Lehmann führt den Titel "Entzückter Staub". Eine mythenkundige Grundhaltung durchzieht die Verse, die libellenhaft leicht und zugleich zauberisch verdichtet sind. Bild- und sinngenau sagen, singen sie ihre Gleichnisse aus Die Erde, ihre so vergängliche Schönheit klingt als "Lerchenpäan" auf, als eine Handvoll Staub, "entzückter Staub" aufgeflogen zum Licht: eine geistig-magische Bewegung.

Es ist die Stimme des Leisen, die zu uns spricht. Das Laute liegt in der Welt der Menschen; aber die Natur ist die Stille. Zu ihrer noch ungeschändeten Ursprünglichkeit flüchtet der merlin-zauberkundige Dichter-

"Laß sie schänden, laß sie morden.

Flüsternd steigt ein Blattgeriesel,

Schwebend schwimmen weiße Segel,