Im Lande Oldenburg sind etwa 392 000 ha landwirtschaftlich genutzt. Das sind 72 Prozent der Gesamtbodenfläche. Die übrigen 28 Prozent verteilen sich wie folgt: 47 000 ha sind Forsten, 53 000 ha unkultiviertes Moor- und Ödland, 48 000 ha Gewässer, Hausplätze, Wege usw.

Von den 38 142 landwirtschaftlichen Betrieben sind rund 16 000 solche von 5 bis 20 ha, 4677 Bauern verfügen über Anwesen in Größe von 20 bis 50 ha. Nur 42 Betriebe sind über 100 ha groß. 75 bis 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden von Betrieben zwischen 5 und 50 ha Größe bewirtschaftet.

Diese Zahlen müssen vorausgeschickt werden, um jede Diskussion über die Bodenreform in Oldenburg auf die richtige Grundlage zu stellen. Von einer Aufteilung großer Betriebe, also einer Bodenreform im allgemein verstandenes Sinne, sind im Oldenburger Lande keine Erfolge zu erwarten. Ins Oldenburger Land sind jedoch im letzten Jahre rund 200 000 Flüchtlinge gekommen, die hier eine neue Heimat finden müssen. Oldenburgs Industrie wird nicht viele von ihnen aufnehmen können, die Schiffahrt an der Unterweser ebenfalls kaum. Ob z. B. die Linoleumindustrie, die in Delmenhorst über drei Werke verfügt, in absehbarer Zeit wieder voll beschäftigt sein wird, ist mehr als fraglich, und wie es um die Aussichten in der Wollindustrie und den Spinnereien steht, läßt sich nicht sagen. Von den 75 Ziegeleien und Klinkerwerken arbeiten erst 5 wieder. Die Fleischkonservenfabriken nutzen ihre Kapazität aus Mangel an Fleisch nur zu etwa 30 Prozent aus. Lediglich die Torfindustrie arbeitet auf vollen Touren. Sie fällt aber, als Saisongewerbe, mit ihren rund 10 000 Beschäftigten auch nicht entscheidend ins Gewicht.

Oldenburg ist also überwiegend ein Bauernland. Die Flüchtlinge aus dem Osten gehören zu einem Teil landwirtschaftlichen Berufen an. Oldenburg will versuchen, sie soweit als möglich wieder zu Land und erlernter Arbeit zu bringen.

Als Sofortmaßnahme ist im letzten Wirtschaftsjahr ein Umbruch von Grünland erfolgt. Etwa 25 000 ha Grünland wurden umgebrochen und dieses Ackerland in kleinen Parzellen, vielrach als Gartenland, ausgegeben. Drei weitere große Vorhaben dienen dem Ziel, Land für Heimatlose zu schaffen und auf lange Sicht die landwirtschaftliche Erzeugung zu erhöhen. Diese Pläne sind:

Neulandgewinnung an der Nordseeküste und am Jadebusen.

Verbesserung der Erträge des vorhandenen Landes und Kultivierung von Moor- und Ödland.