Unter dem Namen Atlantic Charter hat ein Dokument Weltruhm erlangt, dessen hohe menschliche Gesinnung wie ein erstes helles Licht in dem Dunkel kriegerischer Leidenschaften über der blutgetränkten Erde aufging. Noch bevor die Vereinigten Staaten infolge des völkerrechtswidrigen Überfalls der Japaner auf Pearl Harbour zu den Waffen griffen, trafen sich Präsident Roosevelt und Ministerpräsident Churchill im August 1941 in der Bucht von Argentia am südwestlichen Zipfel von Neufundland, um Besprechungen zu halten über die Lage und um die Möglichkeiten zu erörtern, die dazu führen könnten, daß Amerika England aktiv in seinem Kampf gegen Hitler unterstütze. Erfüllt von der Verantwortung für das zukünftige Schicksal der Welt und in dem festen Glauben, daß nur aui dem Geiste eines unerschütterlichen Rechts und aus dem festen Willen, allen Völkern Freiheit und Sicherheit zu gewährleisten ein dauernder Friede hervorgehen könne, faßten sie die Grundsätze, die in Zukunft die Politik ihrer Völker bestimmen sollten, in jenem Dokument zusammen, das sie der Welt bekanntgaben.

Dies ist der Wortlaut, auf den sich die beiden Staatsmänner einigten, nachdem vier verschiedene Entwürfe ausgearbeitet worden waren:

"Der Präsident der Vereinigten Staaten und Premierminister Churchill als Vertreter von Seiner Majestät Regierung in Großbritannien halten es für angebracht, gewisse gemeinsame. Grundsätze der nationalen Politik beider Länder bekanntzugeben, auf die sie ihre Hoffnung für eine bessere Zukunft der Welt gründen."

"1. Ihre Länder streben nicht nach Machterweiterung weder durch Landzuwachs noch auf andere Weise."

"2. Sie wünschen keine Gebietsveränderungen zu sehen, die nicht übereinstimmen mit dem frei geäußerten Willen des betroffenen Volkes."

"3. Sie achten das Recht aller Völker, die Regierungsform zu wählen, unter der sie leben wollen, und sie wünschen die Rechte der Souveränität und der Selbstregierung bei denen wiederhergestellt zu sehen, die ihrer durch Gewalt beraubt worden sind."

"4. Sie wollen danach streben, unter schuldiger Achtung vor bestehenden Verpflichtungen, allen Staaten, großen oder kleinen, Siegern oder Besiegten dazu zu verhelfen, daß sie unter gleichen Bedingungen Zugang erlangen zu dem Händel und den Rohstoffen der Welt, die für ihr wirtschaftliches, Gedeihen notwendig sind."