Der Dichter Fritz von Unruh, der zur Zeit in New York lebt, hat den Wilhelm-Raabe-Preis der Stadt Braunschweig in Höhe von 10 000 Mark erhalten. Außerdem bemüht sich die Stadt, dem Dichter die Heimkehr und die Einbürgerung in Deutschland zu ermöglichen.

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Die Zerstörung in vielen deutschen Städten und der Zustrom von Flüchtlingen aus dem Osten haben die Schwierigkeiten der Erziehungs- und Unterrichtsarbeit in den wenig gegliederten Landschulen durch das Hinaufschnellen der Schülerzahl erheblich erhöht. Hinzu kommt, daß an diesen Schulen jetzt auch manche Lehrer unterrichten müssen, die noch nie an einer Landschule tätig waren. Einführende Literatur steht nicht mehr zur Verfügung. Praktische Unterrichtsmittel gingen in vielen Schulen während des Krieges verloren. Daher hat sich das, Schulamt des Kreises Oldenburg (Holstein) entschlossen, in Verbindung mit dem Lehrerverein dieses Kreises zwei Preisaufgaben öffentlich auszuschreiben: 1. Es ist eine Schrift zum Thema "Zur Theorie und Praxis der einklassigen Landschule (Erziehung und Unterricht)" zu verfassen. 2. Für die einklassige Landschule sind Hilfsmittel zu entwickeln, durch die eine gleichzeitige und wirksame Arbeit aller Abteilungen gewährleistet wird. – Einsendeschluß ist der 1. Juli 1947.

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Studenten mit regulärem Abitur werden in der Sowjetzone bald gegenüber der im raschen Wachsen begriffenen Zahl der sogenannten "Volksstudenten" ohne Abitur in der Minderheit sein. An der Universität Berlin ist beabsichtigt, die Zahl der "Volksstudenten" auf 80 v. H. zu bringen, so daß für die Vollstudenten höherer Semester und für die Neuimmatrikulierung von Abiturienten nur 20 v. H. übrigbleiben werden. Von der Universität Halle wurde mitgeteilt, daß im kommenden Semester -etwa 600 Volksstudenten nach Absolvierung eines halbjährigen Vorkursus immatrikuliert werden, so daß dann kaum noch Plätze für Studenten mit Abitur frei sein werden. Ähnlich schlecht sind die Aussichten für Abiturienten an der Universität Leipzig und den übrigen Hochschulen der Sowjetzone.

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Die Uralexpedition der sowjetischen Akademie der Wissenschaften hat ihre Arbeiten beendet. An der Expedition nahmen etwa 150 Wissenschaftler teil, die innerhalb von sieben Jahren ein Gebiet von mehr als 800 000 Quadratkilometern nach Naturschätzen durchforschten. Die Ergebnisse haben große Bedeutung für die weitere Entwicklung der Produktionskräfte im mittleren und südlichen Ural.