Während die Welt von der Forderung nach gleichen Bedingungen im internationalen Güteraustausch widerhallt und es speziell als selbstverständlich betont wird, daß jede Währung nur einen Kurs haben dürfe, nimmt Argentinien eine Diskriminierung vor, indem es unterschiedliche Kurse für den Peso festsetzt. Der bei der Einfuhr notwendiger Waren zu zahlende Kurs von 15,02 Pesos für ein Pfund erhöht sich auf 17,02 Pesos für die Mehrzahl der Einfuhrgüter, auf 1831 für Maschinen, auf 19,52 für Automobile und auf 19,86 für Luxuswaren. Anderseits erhalten die argentinischen Lieferanten für Fleisch bei einer Ausfuhr nach Großbritannien statt des allgemeinen "Ausfuhr"-Kurses von 13,51 für ein Pfund 15‚02Pesos ausgezahlt, bei Ausnahmeexporten sogar 16,02. Die eine Maßnahme erschwert die Einfuhr, die andere fördert die Ausfuhr. Bei der Einfuhr zu erhöhten Pesokursen wird ein Gewinn erzielt, der über die Notenbank verrechnet wird, damit diese für Sonderexporte erhöhte Kurse zahlen kann.

Argentinien lenkt also "den Außenhandel mit währungswirtschaftlichen Methoden. Seit 1931 sind solche Methoden etwas Selbstverständliches geworden; so bedeutete die damalige Abwertung des Pfundes ebenfalls eine Förderung der Ausfuhr und eine Erschwerung der Einfuhr, aber diese Methoden haben die weltwirtschaftliche Lage noch kritischer gestaltet. Deswegen wird ein Verzicht auf solche Methoden jetzt allgemein verlangt. Argentinien setzt sich darüber hinweg und beschreitet einen Weg, der bisher nicht, üblich war, anderseits aber als der einfachste erscheinen mag. Diese Festsetzung verschiedener Kurse setzt allerdings eine scharfe Devisenkontrolle voraus. Sie ist von Argentinien schon früher eingeführt und im Laufe der Zeit so ausgebaut worden, daß man sagen kann, Argentinien sei auf dem Wege zum Außenhandelsmonopol. Die argentinische Zentralbank wurde im Rahmen des Fünfjahresplans sozialisiert, untersteht somit den Direktiven des Staates. Die Privatbanken wurden anderseits zu Agenturen der Notenbank. Die Devisenumsätze sind bei der Zentralbank zentralisiert. Im August wurde eine staatliche Verkaufsgesellschaft gegründet, die für die meisten Exportgüter Monopolrechte hat. Eine gleiche Gründung Wird für die Einfuhr erwartet.

Bei der Kursskala des Peso fällt auf, wie hoch die Einfuhr von Maschinen belastet wird. Man sollte annehmen, daß Argentinien als ein in der Industrialisierung befindliches Land Maschinen gern hereinläßt. Argentinien hat nun aber den Ehrgeiz, die Maschinen selbst herzustellen, und hat deswegen die Einfuhr von Maschinen sogar zusätzlich genehmigungspflichtig gemacht. drgr.