In einer „Rundfunkansprache an die Völker der Welt“ forderte der Papst am Weihnachtsabend die Staatsmänner dazu auf; ihr Friedenswerk mit Gerechtigkeit zu besiegeln. Präsident Truman sagte in seiner Weihnachtsbotschaft, daß ein guter Anfang mit dem Weltfrieden gemacht worden sei. König Georg von England richtete anläßlich des Weihnachtsfestes seine Grüße an die britische Völkerfamilie. Er sagte daß es nicht allein notwendig sei, das hungrige Volk zu ernähren und die Ruinen der Städte wiederaufzubauen, sondern auch den wahren Geist der Zivilisation wiederherzustellen.

Über den Londoner Rundfunk richtete Staatsminister Hynd eine Ansprache an das deutsche Volk, worin er von dem Ziel und der Aufgabe sprach, in Deutschland eine neue demokratische Gesinnung zu schaffen, die garantieren soll, daß Deutschland in Zukunft fest entschlossen bleibt, mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten in dem gemeinsamen Streben der Menschheit nach Frieden, Freiheit und allgemeinem Wohlstand. Der Oberbefehlshaber der US-Besatzungstruppen in Deutschland, General McNarney, verkündete in seiner Weihnachtsansprache eine großzügige politische Amnestie für rund 800 000 nominelle ehemalige Parteimitglieder.

Der tschechoslowakische Staatspräsident Dr. Benesch verlieh in seiner Weihnachtsrede der Befürchtung Ausdruck, daß „Deutschland sehr bald die Schuld an dem fürchterlichsten Unglück zu leugnen beginnen werde, in das es die Welt stürzte“.

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Präsident Truman hat mit dem griechischen Ministerpräsidenten Tsaldaris eine bedeutende USA-Anleihe für Griechenland besprochen.

Der Sicherheitsrat beschloß einstimmig, eine internationale Kommission nach Griechenland zu entsenden, die die Ursachen der Unruhen an der albanischen, jugoslawischen und bulgarischen Grenze untersuchen soll. Die Unruhen dauern noch an.

* Weite Gebiete im mittleren und im südlichen Japan wurden von einem schweren Erdbeben heimgesucht, das eines der schwersten Erdbeben seit der großen Katastrophe im Jahr 1923 war. Nach vorläufigen Meldungen beklagt man über 1000 Tote, 1000 Verletzte und 145 Vermißte. Mehr als 100 000 Menschen wurden obdachlos.