Die jetzt vollzogene Errichtung von Landeszentralbanken in den drei Ländern der amerikanischa Besatzungszone scheint in erster Linie ein Produkt der politischen Optik zu sein, weniger dagegen von unmittelbarer praktischer Bedeutung. Sie beruht auf den vor mehr als Jahresfrist bekanntgewordenen Empfehlungen von Joseph M. Dodge. Er war damals Leiter der Finanzabteilung der amerikanischen Militärregierung in Berlin und ist inzwisdiec in die USA zurückgekehrt. Sein Plan sah für jedes Laad der amerikanischen Besatzungszone eine eigen Zentralbank vor, die aus den Reiphankanstltn der Landeshauptstädte entstehen sollten. Sie waren dazu bestimmt, den Verredmungs und Zahlungsverkehr der Kreditinstitute innerhalb eines Landes, zwischen den drei Ländern der US 7 one und mit den anderen Besatzungszonen zu reg, Ja. "Die Landeszentralbank wird weder ins Noten- noch eine Handelsbank sein. Ihre Aufgabe ist die einer Batik der Banken und die JBCS Bankiers der Landesregierung. Handelsbanken assl Sparkassen in jedem Lande haben einen Mindestprozentsatz ihrer Einlagen bei ihrer Zentralbank zu halten. Diese Reserve dient zur Bezahlung von Verrechnungsspitzen und wird voni Überwachungrat jeder Landeszentralbank für die verschiedenen Arten von Banken und von Einlagen festgesetzt " Diese Vorschläge schienen seinerzeit vor allem der hessischen Regierung gelegen zu kommen, die sich schon im Frühjahr 1946 lebhaft um di Schaffung einer Landeszentralbank in Frankfurt oder Wiesbaden bemühte, nachdem ihr ein Handstreich auf die Filialbanken mißlungen war. Wegen der umstrittenen Aufbringung des Grundkapitals und der eventuellen Staatshaftung für die Einlagen einer solche n Zentralbank ist man aber über ein Schubladenprojekt nicht hinausgekommen Überdie gelten die Schwierigkeiten, die einer Dezentralisierung der Filialbanken entgegenstehen, in ähnlicher Weise auch für die Reichsbahk. Das Vorhaben wurde vertagt, und der Schwerpunkt dieser Gedankengänge verlagerte sich weiter südlich nach Stuttgart und München, wo man die_sachliche Prüfung des Gegenstandes energisch begann. Praktische Ergebnisse waren bisher nicht zu verzeichnen. Erst nach der Kontrollratsdebatte vom 21. Oktober 1946 griff der Länderrat auf Wunsch der Militärregierung das Landeszentralbank Projekt wieder auf und beschloß die Errichtung der Iristjtute;zur großen Überraschung aber gegen die Stimme von Hessen, das die Entscheidung dem neugewählten Parlament überlassen wollte. Daraufhin forderte die Militärregierung den sofortigen Erlaß des Gesetzes. Nachdem nunmehr die Rahmengesetze vorliegen, wird zu hoffen sein, daß wenigstens für die Details der demokratischen Freiheit Räum gelassen wird. Es handelt sich doch" nicht nur um eine reine Organisationsfrage, sondern um etatsrechtliche Dinge erster Ordnung, die, wenn schon einmal eine Volksvertretung vorhanden ist, deren Einfluß nicht völlig entzogen werden können Über die Einzelheiten ist jetzt neu nur bekanntgeworden, daß das für Hessen in Aussiebt genommene Grundkapital von 5 Millionen R£0 zunächst vom hessischen Staat aufgebracht, später aberanteilig- an die zur Haltung von Mindestreserveguthaben verpflichteten Kreditinstitute veräußert werden soll. Darüber hinaus ist man auf frühere Entwürfe angewiesen, deren Vorschläge aber wahrscheinlich jetzt verwandt werden dürften. Danach worden die Landeszentralbanken nicht Rechtsnachfolger der Reichsbank. Sie dürften von dieser die Grundstücke, Gebäude, Betriebseiarichtungen, die Organisation und die Außenstände und Wechsel erhalten, auf der anderen Seite in die Giroverbiadlichkeiten der Reichsbank eintreten, deren Girokunden nunmehr Girokunden der Landeszentralbanken würden. Ob sich dies auch auf die privaten Girokunden der Reichsbank erstreckt ist noch nicht ersichtlich, würde aber im Widerspruch mit dn Grundgedanken der Landessentralbanken stehen, der einen direkten Geschäftsverkehr nur mit Kreditinstituten und öffentlichen Stellen vorsieht. Die Privatkunden der Reichsbank könnten sich einer solchen Transferierung auch ohne weiteres entziehen, die Kreditinstitute dagegen nicht. Da die Giroverbindlichkeiten der Reichsbank durch, die erwähnten Aktivwerte auch nicht annähernd gedeckt sind, werden die Landeszentralbanken auch den Notenbestand der Reichsbank (einschließlich der von der Militärregierung be- schlagnahmten "Beträge) an sich "ziehen Wenn, auch keine Gesamtzahlen über den Reichsbank ätatu in der US Zone vorliegen, so ist es nicht wahrscheinlich, daß sich das Loch auf der Aktivseite damit ausfüllen läßt; in der britischen Zone würde die so errechnete Gesamtdeckung nach den hier bekanntgegebenen Daten nur 60 v. H der 3iroverbindl ichkeiten betragen. Man wäre- als- um völligen Ausgleich auf die spätere Ausein; idersetzung mit der Reichsbank angewiesen. Vor, jort aber könnten Ausgleichszahlungen nur entspr ; ,icn<l der Anerkennung erwartet werden, die diewechsel und Reichsschatzanweisungen im ; tefeuille der Reichsbank bei der späteren ? ienregelung des Reiches fänden; Die Hoffnurr > die teilweise Honorierung der Reichswechsei > so ziemlich das einzige Aktivum, das dem Re > ik"Mantel" verbleibt und dem die V erpfi, n en aus dem Notenumlauf gegenüberstehen ? " ch interessierenden und lebenden Konten vr- , s o auf die Landeszentr aFbanken übergeführ ; nd die Verpflichtungen aus dem Notenum ? , unsicheres Aktivum für die Reichsbank Bei der Übernahm? An Notenbestäci T annehmen dürfen, daß nu;- 4ie bereits n Not Ja de Käs kr R eidbsbnk Äs Deckwag verwesdet werde, Ridit dagegen S esrvenotea, die jt zunächst er Makuktar darstellen. Interessant ist eis Widerspruch in den vorliegend- Meldungen. Eiaaal heilt 9, da8 die Kasseabestäüde der Reidisbsusk Ja der US Zone OTsammengeredmet und auf die K eHea Sanken im Verhältnis ihrer Verpflichtung aufgeteilt werden solle, während nach einer andere Lesart jede Landesbank die KasseabestSade der Reichs- bankniederlässungea ihres Bazkkes übernimmt. Das ytnäe ffa HKB besondere Redeatuag haben, idflrften sich doeb bw der Reichsbamk ia Frankfurt DO<4 flr etwa 2 2 Milliarde voa des Amerikanern befinde.

Nada ihrer Konstruktion sind die Landeszentralbanken offensichtlich eine Nachbildung der Reichsbank, freilich ohne dai Notenprivileg. Matt will unter neuer Firma naefa altem Rezept arbeiten; allerdings mit der MsJcendedcuag der Kreditinstitute, denen die ständige Untetßaltupg voa Mindestgwtliabea bei dsa Landeszeatralbanken zur Pflicht gemacht wird. Diese Neuerung ist gerade jetzt wenig zeitgemäß, wna mau sich der in der letzten Zeit, eingetretenen Verkleinerung der flüssigen Mittel der Kreditinstitute erinnert. Durch diese Mindestguthaben werden Vollmachten in die Haiid der Leitungen <kr LandessentralHnkea gelegt diezumal wegen der vorgesehenen Möglichkeit der unterschiedlidbea Festsetzung für verschiedene Arten von Kreditinstituten und für die verschiedenen Einlaglngattungen, schärfster Kontrolle durch die Öffentlichkeit bedürfen. H. R.