Die durch Gesetz Nr. 41 vom Alliierten Kontrollrat verfügte Senkung der Tabaksteuer trifft im wesentlichen nur auf die russische, amerikanische und französische Zone zu, wo die alten Steuersätze noch in Kraft waren. Preismäßig sind mit dem neuen Gesetz diese Zonen der britischen Zone angeglichen worden, so daß nunmehr gleiche Verhältnisse im ganzen Reichsgebiet vorhanden sind.

Die Herabsetzung des Steuersatzes von 75 auf 70 v. H. für die Zigarrenpreislagen bis einschließe lich 65 Rpf ist nur eine scheinbare Senkung, weil ab 1. Januar 1947 die Umsatzsteuer von dem Gert samtbetrage, also auch von der Wertsteuer, erhoben wird. Die Senkung’ wird dadurch voll aufgehoben? Eine Ermäßigung tritt lediglich für die frühere. 20-Rpf-Zigarre ein, die bisher 80 Rpf kostete, jetzt aber zu 65 Rpf (infolge Erweiterung des Steuersatzes von 70 v. H. auf die Preislagen bis 65 Rpf) herausgebracht werden kann.

Für die höheren Preislagen (früher 25 Rpf und höher) tritt eine wesentliche Verteuerung dadurch ein, daß der Steuersatz von 80 v. H. geblieben ist, die Umsatzsteuer aber von der Banderole erhoben wird. Dadurch rücken die bisherige 1-RM-Zigarre auf 1,50 RM, die 1.20-RM-Zigarre auf 1,80 RM. die 1,50-RM-Zigarre auf 2 RM. Der Industrie ist empfohlen worden, den Verkauf dieser Preislagen noch nicht in Gang zu setzen, bis über die erneuten Anträge auf Senkung beim Kontrollrat entschieden ist. Zugegeben werden – muß, daß hiervon nur 5 v. H. der Zigarrenfabrikation betroffen werden und die Frage nicht an der Existenz der Industrie rüttelt. Es erscheint aber wenig sinnvoll, wenn die frühere 20-Rpf-Zigarre 65 Rpf kostet, dagegen die frühere 25-Rpf-Zigarre 1,50 RM.

Die scharfe Kontingentierung (die Verarbeitungsmenge beläuft sich auf ein Siebtel von 1938) in Verbindung mit den noch umlaufenden großen -Geldbeträgen hat der deutschen Zigarrenindustrie der Stadt Bünde bis jetzt noch einen leichten Absatz ermöglicht. Daß die Steuersätze bei einer Finanz- und Währungsreform wesentlich gesenkt werden müssen, unterliegt keinem Zweifel. Dieser Fall kann aber auch schon früher eintreten wenn die Spargelder sich allmählich aufzehren und die übermäßig hohen Steuern jeder Art zu einer Schrumpfung des Vermögens und zu einem größeren Abbau des Kaufkraftüberhangs führen. H. F.