DIE ZEIT

Von Teheran bis Potsdam

Bis 1943 kämpften die Gegner der Achse, als führe jeder seinen eigenen Krieg. Der Kontakt unter ihnen war lose. Wohl versuchten Roosevelt und Churchill in Quebec und Casablanca, den nach wochenlangen Besprechungen gefundenen gemeinsamen angloamerikanischen Nenner zum Hauptnenner der alliierten Kriegführung unter Einschluß der Sowjets auszuweiten, aber es gab am Ende nur unbrüderliche Äußerungen zwischen London, Washington und Moskau.

Deutsche Demokratie

Seit dem Mai 1945 haben wir es immer wieder gehört, daß Deutschland eine Demokratie werden müsse, von britischer, von amerikanischer und auch von russischer Seite.

Vom Recht zum Zwang?

Der Inhalt einer in Paris ausgegebenen Meldung trifft die deutschen Werktätigen mit der Wucht einer unvermuteten Enttäuschung.

Marshall statt Byrnes

Ouai d’Orsay, Downing Street, Ballhausplatz und – Wilhelmstraße sind die üblichen Bezeichnungen für jene Stätten, an denen die außenpolitischen Entscheidungen getroffen werden.

Das Wahlgesetz

Den ernannten Landtagen von Nordrhein-Westfalen. Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist die schwere Aufgabe gestellt, für die auf den 30.

Reise an die Saar

Einmal Saarlouis und zurück!“ Die Verkäuferin im ausgebombten Trierer Bahnhof reicht ohne weiteres die Karten. „Welche Formalitäten gibt es an der Grenze?“ – Sie ist in diesen ersten Januartagen so oft danach gefragt worden, daß sie mechanisch ihre Auskunft in wohlfundierten Sätzen hervorsprudeln läßt: „Die Paßfrage ist bis zum 15.

Der Tod mit dem Aktenzeichen 07

Die Menschen von heute gewöhnen sich schnell. „Nun gut“, sagt ein Greis von über achtzig Jahren in einer mit Pappe und Blech vernagelten Wohnung der Hamburger Innenstadt, „wir sind noch nicht verhungert.

WOCHENÜBERSICHT

Der Außenminister der Vereinigten Staaten, – James Francis Byrnes, ist auf eigenen Wunsch aus Gesundheitsrücksichten zurückgetreten.

Theodor Tantzen †

Ich glaube fest daran, daß Deutschland in kommenden Generationen wieder seinen Platz einnehmen wird im Kreise der Nationen, andere Völker achtet und selbst geachtet wird.

Hände weg!

Sollte die Berliner Zeitung „Tagesspiegel“ es sich zur Aufgabe gesetzt haben, den „20. Juli“ streng im Hitlerschen Sinne als eine Machenschaft unfähiger Militaristen zu entlarven? In einem groß aufgemachten Artikel „Improvisierter Widerstand“ nimmt der Verfasser, Erik Reger, weniger in kritischer als in befangen abfälliger Weise zu der Geschichte des 20.

Atome gegen Hegel

Am 12. Juli 1944. acht Tage vor dem 20. Juli, hielt Werner Heisenberg vor der Berliner Mittwochgesellschaft in der 1055 Sitzung dieser Vereinigung einen Vortrag über das Thema „Was sind die Sterne?“.

Edvard Munch

Im Sommer des Jahres 1905 tauchte ein fremder Mann in Weimar auf. Es war die Zeit, da Henry van de Velde gerade die Kunstgewerbeschule gegründet hatte und da Graf Keller Museumsdirektor war.

Seifenblasen

Mir träumte, daß ich von Seifenblasen schrieb. Zugleich sah ich sie vor mir, wie sie sich zögernd lösten und gläsern, von rosa und grünem Hauch wechselnd überspielt, in die Höhe schwebten, wo sie in einer tiefen Dunkelheit zergingen.

Die erste Heilige Amerikas

„Zu Ehren der Heiligen und Unteilbaren Dreieinigkeit ... kraft der Autorität unseres Herrn Jesu Christi ... nach reiflicher Überlegung und unter ständiger Anrufung des Göttlichen Beistandes .

Evangelische Akademie

Eine Akademie, die in ihrer besonderen Bestimmung weit mehr sein kann als eine übliche Akademie: Vielleicht umreißt man so am kürzesten den Charakter jenes Institut das seit mehr als einem Jahr in Württemberg – im Gegensatz zu den semestralen Bindungen üblicher Hochschulen – nahezu jede Woche seine Besucher wechselt.

Kirchenbauten der Zukunft

Auf Einladung des Landeskirchenamtes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers erörterten auf der ersten Kirchenbautagung in Hannover, der weitere Tagungen in Bielefeld und Lübeck folgen werden, Architekten und Theologen die Probleme, die sich aus der Notwendigkeit des Neubaues Hunderter zerstörter Kirchen ergeben.

Der gute Europäer

Vor Jahren, als ich auf Urlaub war, erzählte mirein Hamburger Antiquar, daß er die Freude gehabt habe, einen Brief von Hermann Hesse einzusehen.

Notizen

Anläßlich einer Aufführung der „Heiligen Flamme“ von W. S Maugham durch das Schauspiel der Städtischen Bühnen Hagen kam es zu einer Protestkundgebung der Jugend.

„Wirsind sind noch einmal davongekommen”

Selten wird so klar wie hier bei Thornton Wilder, daß der Dichter nicht bloß ein .besserer Unterhalter’, sondern ein Seher ist, mag er sich das Unterhaltliche auch mancherlei Kapriolen und Bockssprünge kosten lassen.

Kurze Wirtschaftsmeldungen

Im Monat Januar müssen in der britischen Zone 345 000 Tonnen Kohle für Reichsbahn, Seehäfen, Hochseefischerei, Elektrizitätswirtschaft und Hausbrandversorgung aufgebracht werden.

Einheitliche Tabaksteuer

Die durch Gesetz Nr. 41 vom Alliierten Kontrollrat verfügte Senkung der Tabaksteuer trifft im wesentlichen nur auf die russische, amerikanische und französische Zone zu, wo die alten Steuersätze noch in Kraft waren.

Pforzheims neuer Anfang

Pforzheim nimmt eine führende Stellung unter den Städten der deutschen Gold- und Silberschmiedekunst ein. Es hat sich auch durch den Schicksalsschlag vom 25.

Transit über Hamburg

Die Tschechoslowakei – vor dem Kriege das bedeutendste außerdeutsche Hinterland des Hamburger Hafens – ist das einzige Land Mittel- und Südosteuropas, das nach dem Kriege wieder Waren über den Hamburger Hafen empfängt und seinen beschränkt angelaufenen Export nach Nordeuropa und Großbritannien über den Hafen leitet.

Unbeliebter Posten

Die einen steuerfreien Betrag von 30 000 Dollar jährlich einbringende Stellung eines Präsidenten der Weltbank wird weiterhin am laufenden.

Nochmals: Testamente

Bereits nach dem ersten Weltkrieg war die Erbschaftssteuerfreiheit der Eheleute durch das Erbschaftssteuergesetz vom 20. September 1919 bis zum Erlaß des Gesetzes vom 22.

Die letzte Börsenwoche

11 den deutschen Börsen hat eine ausgesprochene Hausse eingesetzt. Sie ging vom Markt der festverzinslichen Werte – darunter vor allem von den Ostpfandbriefen – aus.

Städte von morgen

Wo immer der Krieg zerstörend über die Länder ging, zählt der Städtebau zu den meisterörterten Fragen. Das gilt nicht nur von Deutschland, dessen Trümmer den gesamteuropäischen Kulturverlust besonders kraß vor Augen stellen.

+ Weitere Artikel anzeigen