Anläßlich einer Aufführung der „Heiligen Flamme“ von W. S Maugham durch das Schauspiel der Städtischen Bühnen Hagen kam es zu einer Protestkundgebung der Jugend. Als im dritten Akt die Mutter da Bekenntnis ihrer Schuld, am Tode ihres Sohnes darlegt, unterbrach minutenlanges Rufen, Schaden und Lärmen die Vorstellung, bis die Polizei die Ordnung wiederhergestellt hatte. Schauspieldirektor Schönfeldt hat daraufhin die Jugend, die gegen die Sanktionierung eines Moides protestierte, zu einem Ausspracheabend ins Theater eingeladen.

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Wie aus London gemeldet wird, bleibt die Büste der Königin Nofretete aus dem Kaiser-Friedrich-Museum in Berlin, die gegenwärtig in Wiesbaden aufbewahrt wird, nach einer Entscheidung des amerikanischen Militärregierung in Deutschland. Die nationalsozialistische Regierung hatte dem ägyptischen König die Rückgabe dieses Kunst-, Werkes angekündigt, das Versprechen jedoch. nie. gehalten. Nach dem Zusammenbruch des Hitlerreiches hatte Ägypten die Rückgabe der Büste gefordert. Es war dann auch eine Meldung erfolgt, daß die Auslieferung stattfinden sollte, die jetzt dementiert wird.

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Die Herstellung von Penicillin ist. den Forschern Dr. Gommel und Dr. Heinrich in Dresden nach monatelangen Bemühungen gelungen. Die ersten Heilversuche sind positiv, verlaufen. Das Heilmittel wurde auf dem Weg der Kulturzüchtung hergestellt, während es in Amerika synthetisch produziert wird.

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Kunst und Künstler in der Sowjetunion erfahren erneut eine vernichtende Krtik in der Moskauer Zeitschrift „Kultur und Leben“, dem Organ der Kommunistischen Partei. Den Malern wird vorgeworfen, daß sie sich weder mit den politischen noch mit den künstlerischen Forderungen, des Sowjetstaates genug beschäftigen; insbesondere haben die Maler die Taten der russischen Armeen zu wenig verherrliebt. Anläßlich der „Kunstausstellung der Sowjetunion“ schreibt der Kritiker, daß die Zuschauer über die rohe und schlampige Technik, in der die Bilder gemalt seien, entsetzt gewesen wären. „Das Sowjetvolk erscheint. auf diesen Bildern schmutzig und Interessenlos. Der Besucher möchte stattdessen ein genaueres Bild des Sowjetvolkes sehen, in dem es stark, würdig und von hohen sittlichen Grundsätzen durchdrungen dargestellt wird.