Von Hermann Stahl

Ich habe niemand etwas angetan. Was sollte das, was will man denn von mir? Warum haben sie mich beargwöhnt und verfolgt? Und meine Bilder – was hat meine Kunst ihnen getan? Ich malte sie nicht „schön“ genug. Ihren Eitelkeiten gab ich nicht nach. Sie waren voller Haß. Habe ich sie verachtet, ich,-ich selbst? Meine Arbeit, mein Werk hat sie verachtet.

Oh, ich war eitel. Ich zeigte ihnen, daß ich glücklich war, ich war zu stolz. Meine Bilder, meine Preise, und die Zunft. Sie kochten vor Wut, Bei ihren Zusammenkünften haben sie mich verlästert, mir schön getan ins Gesicht; ich wußte alles. Idi lachte.

Sie haben sich gerächt. Mit dem Bild von der Nachtwache hatten sie ihre Gelegenheit, einer nach dem anderen, wie ich sie malte, und alle zusammen. Dieser große Auftrag. Und ich hätte das Geld gebraucht. Es hätte mich über die Klippe gebracht. Das wußten sie. Die Hunde.

Du tölpelhafter Bauer, du Müller aus Leiden, du hättest klüger sein sollen vor den stolzen Herren von Amsterdam. Keine Hand, die Hilfe bot. Ich kenne eure höhnischen Gesichter, euer Getuschel.

Fürwahr, ich habe es weitgebracht, ich habe mehr gearbeitet als ihr alle, und ich habe sie alle hinter mir zurückgelassen. Das ertragen die nicht. Das macht böses Blut. Ich selber war nicht gut und war nicht klug.

Wenn doch Saskia noch da wäre. Warum mußte sie sterben? Das war der Untergang. Aber ich muß ja dankbar sein, daß sie dies nicht erlebte; die Versteigerung, alles fort, aus dem Haus geschleppt wie Trödelkram, meine Bilder, meine Sammlung, die Truhen und Schränke, jedes Ding, das ich liebte,das ich heimbrachte, alles, was Saskia gehörte. Plunder haben sie mir gelassen und mich höflich aus dem Haus gejagt und mir freundlich das Bürgerrecht genommen, weil die Rechnung nicht aufging; weil ich ein Narr war, weil ich alles zu teuer bezahlte, aus Stolz, aus Hochmut, weil ich nie feilschte; bei Gott, und die Preise sanken.