An den deutschen Börsen kam die Aufwärtsentwicklung der vorletzten Woche zum Stehen Die stärksten Verluste erlitten Gutehoffnungshütte und Vereinigte Stahlwerke, die beide auf der Liste der für die Konzern-Entflechtung vorgesehenen Unternehmen stehen. Die Konzernentflechtung scheint ebenso wie die Sozialisierung ein größerer Börsenschreck zu sein als selbst die De- – montage. Jedenfalls weisen zum Beispiel die Papiere der Hoesch-AG im Gegensatz zur Gutehoffnungshütte und zum Stahlverein keine größeren Kursrückgänge auf – und das, obwohl das Hüttenwerk der Hoesch-AG jetzt auf einer neuen Reparationsliste erschienen ist. Die Zementfabrik der Hoesch-AG war schon im Dezember 1946 für Reparationsleistungen erfaßt worden. Hoesch-Aktien notieren zur Zeit Hamburg nach in der Vorwoche 145. In Frankfurt lautete der Kurs desgleichen Papiers noch am Donnerstag 143 *

Die Vereinigten Stahlwerke haben in Hamburg den Tiefpunkt bereits wie der überschritten. Nach 137 in der Vorwoche haben sie nach einem Staudt Von 130 bereits wieder auf 133 angezogen. Frankfurt meldet den gleichen Kurs für diese Aktie, Ähnlich war der Kursverlauf für die Gutehoffnungshütte, die von 309 ber auf 292 gefallen war und erst am Freitag; wieder auf 294 angezogen hatte.

Die Sonderhausse auf dem Zellstoffmarkt hält an allen Börsen weiterhin an Küstriner Zellwolle, notierten in Hamburg zuletzt 59. in Frankfurt 60. Einige weitere Kurse: AEG an allen größeren Börsen 135, BMW 124 in Hamburg bzw. 122 in Frankfurt. Mannesmann – überall nur mit kleinen Umsätzen – 164 1/2 bis 165. Siemens Stamm-Aktien 129 bzw. 127.

Nahezu behauptet zeigten sich die Kurse des Bankenmarktes. Commerzbank notierten in Hamburg zuletzt 103, in Frankfurt 107. Deutsche Bank in Hamburg 93, in Frankfurt 96 1/2.

Auf dem Rentenmarkt hielt die stärkere Kaufbereitschaft für die sogenannten Ostwerte nur in der ersten Wochenhälfte im bisherigen Umfang an. Gegen Wochenende verlangsamte sich die Aufwärtsbewegung. –ck.