Die Tschechoslowakei traf mit ihrer Ausweisung der Deutschen auch 7000 Gablonzer Bijouteriewaren Arbeiter. Diese sahen sich als Vertriebene, gemeinsam mit den übrigen Ausgewiesenen, all ihrer Habe und Produktionsmittel beraubt. Ihre handwerklichen" Fähigkeiten jedoch, das küastlerische Können und Organisations vermögen wanderten als geistiger Besitz mit über die blauweißroten Schlagbäume. Tatkräftig begannen sie von vom.

Anfang 1946 wurde die Kerngruppe der Gablonzer Erzeuger in Kaufbeuren Hardt angesiedelt, das seitdem den offiziellen Namen KaufbeureoGablonz führt. 75 Betriebe schlössen sich im Juni zu der Genossenschaft "Allgäuer Schmuck- und Glaswarenindustrie eGmbH. Kaufbeuren Gablonz" zusammen. Bis Jahresende hatte sich die auf 400 Betriebe angewachsene Produktionsgemeinschaffeden deutschen Markt erobert und erzielte allein im Dezember 1946 einen Umsatz von 1 5 Millionen RM.

Das "Bestreben der Kaufbeuren Gablonzer wie dt i<c!ien richtet sich; ihrer Tradition folgend, ai, das Exportgeschäft. Der Weltruf der böhmisc :n Bijouterie soll nun von den Flüchtlingsunterki>!iften aus neu gegründet und gefestigt werden. Der Rohstoffaufwand ist denkbar gering und kann ausnahmslos aus deutschem Material befriedigt werden. Dem steh eine intensive Arbeitsleistung gegenüber, die ihren Ausdruck in hohen Deviseneinnahmen finden kann und mußt Ausfuhr ist für Deutschland lebenswichtig. Daher führen die Gablonzer Betriebe in Hamburg, am Tor Deutschlands zur Welt, eine permanente Ausstellung im U Bahn Tunnel Jungfernstieg und in den Räumen Eppendorrer Landstraße 9 durch, um den, Exportkaufleuten ihre von höchster Qualität und künstlerischem Geschmack zeugenden Broschen, Armbänder. Ohrringe und Ketten zu zeigen. Individualexport ist nicht gestattet. So müssen sich die Veredelungsmdustrien mit Ausstellungen an exponierten, wichtigen deutschen Plätzen behelfen.