Die für den Tagebau noch anstehende rheinische Braunkohle wird auf etwa 1,7 Milliarden Tonnen geschätzt. Bei einer Jahresförderung von 68 bis 70 Millionen Tonnen würde somit der Tagebau. wie er bisher betrieben wurde, noch ungefähr 25 Jahre anhalten können, wobei jedoch schon nach einigen Jahren mit einem größeren Ausfall wegen Erschöpfung der Vorkommen gerechnet werden muß. Anderseits haben aber die Bodenerforschungen ergeben, daß noch erhebliche Braunkohlenflöze von großer Mächtigkeit vorhanden sind die im Tiefbau gefördert werden könnten. Dieser Vorrat wird nach bisherigen Berechnungen mit etwa 15 Milliarden Tonnen angenommen, so daß also bei einer Jahresförderung von etwa 70 Millionen Tonnen die Lebensfähigkeit des rheinischen Braunkohlenbergbaues mit über 200 Jahren veranschlagt werden kann. Die Führung des rheinischen Braunkohlenbergbaues, die sich immer als vorausschauend erwiesen hat, gründete schon im Jahre 1939 die Rheinische Braunkohlentiefbaugesellschaft m.b.H. in Köln, die das Tiefbaugebiet (zwischen Erft und Rur) durch Tiefbohrungen erforschte und mit den Arbeiten an zwei Versuchsschächten begann.

Die Militärregierung hat vor kurzem die Genehmigung erteilt, diese Arbeiten fortzusetzen. Sie sind nicht nur für das rheinische Braunkohlenrevier, sondern weit darüber hinaus für den Braunkohlenbergbau überhaupt von größter Bedeutung. Alle Erfahrungen, die bei der Abteufung gemacht werden, kommen dem gesamten rheinischen Braunkohlenbergbau zugute, der gewissermaßen das für solche technisch neuen Wege gewöhnlich aufzubringende Lehrgeld nur einmal zählt. Der Strukturwandel im rheinischen Braunkohlenbergbau, der eines Tages durch den allmählichen Übergang vom Tagebau zum Tiefbau offenbar werden wird, zeitigt dann auch erhebliche Siedlungs- und Verkehrsprobleme. mit denen sich die Landesplanungsarbeit der Regierung in Düsseldorf zusammen mit anderen in Frage kommenden Stellen bereits jetzt befaßt.

Sch.