Mich friert, Mutter“, sagte das Kind; „Wir frieren alle.“ Seit Stunden ertrug es Johanna dumpf und stumm. Als aber Elisabeth so tonlos sagte: „Mich friert“, fern einer Klage, einfach nur eine unkindliche Feststellung eines zehnjährigen Mädchens, schmerzte der Frost

Johanna wendete den Kopf. Aus dem Dunkel unter der Plane glänzten einige Punkte, unbewegt auf sie gerichtet. Die Kinder waren wach, nur das Jüngste schlief. Wie lange mochten sie so wach gewesen sein, ohne Klage, den Blick stumm auf die Mutter gerichtet. Elisabeth kroch über die Koffer und taumelte auf die Mutter zu. Ihr Gesicht kam ganz nahe und wurde von dem fahlen Mond beschienen. Ein unbewegliches, blutloses Gesicht mit weitaufgerissenen Augen. Der Atem war ein rasch verwischtes, im Licht leuchtendes Wölkchen. Die Pferde trotteten, auch um sie war eine Wolke von leuchtendem Dampf, in pustenden Stößen aus ihren Nüstern herausgeschleudert, verfilzt in den bereiften zottigen Mähnen.

„Mutter, der Hund läuft immer noch mit.“ Elisabeth flüsterte es, als wäre etwas Geheimnisdabei. Der Hund war nur ein Schatten, ein lautloser, im dunklen Mondlicht fast schwebender Schatten. Manchmal hob sich der Kopf, und der Augen glühten herauf zum Kutschbock.

„Mutter, warum läuft der fremde Hund immer noch mit?“

„Welt du ihm zu fressen gegeben Hast.“ „Wird er denn-immer noch weiter mit uns laufen?“ „Solange du ihm zu fressen gibst.“

„Wie lange?“

„Bis er alles aufgefressen hat.“ „Und dann?“