vom 13. Februar bis 19. Februar 1947

Im Deutschland-Ausschuß in London wurde der Vorschlag, einen „Beratungs- und Informations-Ausschuß“ für die Heranziehung der kleineren Alliierten zu schaffen, angenommen. Der Ausschuß soll als Organ des Rates der Außenminister fungieren.

Australien ist mir dem augenblicklichen Kontrollsystem. Deutschland nicht einverstanden und empfiehlt eine ähnliche Lösung wie die für Japan gefundene. Die künftigen deutschen Grenzen sollen nach, den Grundsätzen der Atlantik-Charta festgelegt werden, vorbehaltlich gewisser Abweichungen aus Sicherheitsgründen für Nachbarländer Der Friedensvertrag solle Deutschland eine gewisse Wohlhabenheit in Aussicht stellen und die Möglichkeit einer Revision vorsehen. Er soll ausdrücklich den Verzicht auf alle ehemaligen deutschen Kolonien und irgendwelche antarktischen Gebiete enthalten.

Die Grundsätze der USA-Politik in der Deutschlandfrage, wie sie von Außenminister Marshall in Fortsetzung der Linie seines Vorgängers Byrnes vertreten werden, zeichnen sich in Washington deutlicher ab. Danach soll Deutschland im Herzen Europas eine neutralisierte Zone darstellen – neutralisiert in dem Sinne; daß es niemals wieder den Boden für eine Diktatur oder für eine Angriffspolitik abgeben kann und auch nicht Pfandobjekt oder Partner von Ost und West zu werden vermag. In Weiterführung des politischen Systems, wie es sich in der USA-Zone entwickelt, soll. ein – Bundesstaat entstehen mit soviel Dezentralisierung, wie es im Interesse der Neutralisierung Deutschlands vonnöten sei. Die deutsche Wirtschaft soll soweit wiederhergestellt werden. daß das deutsche Volk sich selbst erhalten und Reparationen leisten kann. Der alte Morgenthau-Plan, der die Umwandlung Deutschlands in ein Agrarland anstrebt, wird fallen gelassen. Die Grenzen Deutschlands sollen in einer Art festgelegt werden, die man sowohl dem deutschen Volk wie der Welt als Verkörperung eines gerechten-und dauerhaften Friedens vorlegen kann.

Lord Inverchapel der britische Botschafter in – den Vereinigten Staaten, teilte dem USA-Außenminister General Marshall offiziell mit: Es sei noch immer die Grundlage der britischen Politik, daß eine enge englisch-amerikanische Zusammenarbeit die Voraussetzung für den Weltfrieden und die Weltsicherheit sei.

Die Erklärung erregte Aufsehen und Befriedigung, da in letzter Zeit skeptische Stimmen in Amerika laut wurden, die englische Regierung, könne unter dem Druck des linken Labourflügels Sich allzu sehr russischen Gesichtspunkten annähern, So wurde u. a. Besorgnis geäußert, daß Kevin auf der kommenden Moskauer Konferenz sich zu Zugeständnissen hinsichtlich der Zentralisierung Deutschlands und der russischen Vorschläge für die deutsche Ostgrenze bereitfinden könnte...

Der englisch-französische Pakt, der auf der gemeinsamen Abwehr eines möglichen neuen deutschen Angriffe beruht, soll noch vor Beginn der Moskauer Konferenz unterzeichnet werden.