Öl wird als Naturprodukt gewonnen oder durch Hydrierung aus Kohle künstlich erzeugt, wobei 8,5 bis 4 t Kohle erforderlich sind; um eine Tonne synthetisches Benzin herzustellen. In Restdeütschland bestehen an leistungsfähigen Hydrierwerken in der russischen Zone die Betriebe Leuna und Böhlen (früher LG-Konzern) und Zeitz und Ruhland (Brabag). Ihre Erzeugung kommt der USSR oder (auf dem Reparationswege) Polen zugute, das allein. 1946 für 4 Millionen Dollar Hydrierbenzin aus der Sowjetzone erhielt In der britischen Zone läuft, nicht im entferntesten ausgelastet die Produktion in den Werken Castrop-Rauxel und Krupp mit 3500 t monatlich. Das Hauptwerk Wesseling – im Kriege teilweise zerstört hat das beantragte Permit noch nicht erhalten. Entscheidend ist für die Verweigerung der Produktionserlaubnis die völlige Abhängigkeit des synthetisch hergestellten Benzins von Kohle, die aber "anderweitig notwendiger" sei. Von der Kostenseite betrachtet; ist Hydrierung noch immer unrationell.

Daher müssen wir auf unsere geringen Naturvorkommen zurückgreifen. Ausbeurungsfähige Ölfelder findet man in Deutschland längs der holländischen Grenze um Bentheim, Emlichheim und Norden, im Wesergebiet mit den ergiebigen Bohrungen Nienhagen, Wietze-Steinförde, Ober-Berghopen, Meckelfeld, Wesendorf und weiteren kleinen Quellen, ferner in Holstein um Heide.

Die Produktion der deutschen Quellen betrug 1946 insgesamt 643 000 t. wovon die jüngsten Bohrungen, die Felder am Emlichheim, eine Jahreserzeugung von 80 700 t aufweisen. Diese von den Niederlanden in ihren Londoner Forderungen beanspruchten Felder sind erst zu einem Drittel erschlossen und Weiden in Zukunft steigende Förderzahlen melden können. Leider ist aber hierdurch nicht mit einer Steigerung der Gesamtproduktion zu rechnen, denn die hannoverschen und holsteimischen. Felder Jasssen in ihrer Förderkraft nach, so daß die Produktionssteigerung im äußersten Welten die Verluste gerade abgleichen kann.

Die Eigenproduktion deckt nur zu 30 v. H. den heutigen Bedarf der britisch-amerikanischen Zone, so daß wir zum Import von Mineralöl gezwungen sind. Im Jahre 1947 werden von den uns im Rahmen des Zweizonenabkommens zugebilligten Dollarkrediten 25 380 000 Dollar zum Einkauf von Ölprodukten verwandt werden, die sich wie folgt aufteilen (Preise verstehen sich elf deutsche Auslieferungslager):

Bei Berechnung dieser Zahlen durch das Zentralamt in Minden Wurde eine Kapazitätssteigerung der deutschen Industrie und des Kraftverkehrs um 15–20 v. H. gegenüber 1946 zugrundegelegt. Zum Vergleich mögen die Zahlen der deutschen Einfuhr 1937 dienen:

Mineralölprodukte, 4 312 000 t 230 400 000 $

Der Versuch, importierte und in Deutschland, veredelte Erdölprodukte wieder zu exportieren, wurde bisher noch nicht unternommen. Ein Interzonengeschäft in Höhe von 2,5 Mill. $ mit der sowjetischen Zone soll dagegen anlaufen. Aus dem Naturol der britischen Zone gewonnenes hochwertiges Schmieröl wird gegen "leichte Ware", d. h. Hydrierbenzin und Gasöl, der russischen Zone getauscht. Die Vertragsverpflichtungen sollten von beiden Seiten ab 1. Januar 1947 erfüllt werden. Die durch die Kalte verschärften Verkehrsschwierigkeiten machen jedoch eine Realisierung vorläufig unmöglich.

Die Voraussetzungen zur Entlastung des Reichsbahnverkehrs durch Verstärkung des Kraftverkehrs sind somit von der Kraftstoff- und Schmierölseite kaum – gegeben. Unsere Hoffnung liegt bei den Rohstoffkrediten was – auf dieses Gebiet übersetzt – bedeutet, daß die Kontrollmächte zum Beginn des Wirtschaftsaufschwungs Mineralöl in ausreichender Menge nach Deutschland einführen werden. Die Anlagen zur Veredelung des Grundprodukts besitzen mit selbst. –n