Gemäß Artikel VIII des Kontrollratgesetzes Nr. 12 sind bei der Veranlagung zur Einkommensteuer keine Gutschriften und keine Ermäßigungen für solche Verluste zu gewähren, die aus durch den Krieg verursachten Zerstörungen oder Beschädigungen entstanden sind. Nach besonderen Richtlinien, die hierzu in den einzelnen Zonen ergangen sind, sind Beträge, die für die Wiederherstellung zerstörter Betriebsgebäude aufgewendet werden, "nach den bisher geltenden Vorschriften" zu behandeln

Praktisch bedeutet diese Regelung, daß Aufwendungen, die lediglich dazu dienen, die Gebäude durch Einsetzung von Behelfsträgern, Ersatzverglasung usw. provisorisch wieder gebrauchsfähig zu machen, als laufende Betriebsausgaben zu Lasten des Wirtschaftsjahres abzugsfähig sind, in dem sie entstanden sind. Gegebenenfalls kann die Vertei-, lung des sogenannten Erhaltungsaufwandes auch auf drei Jahre erfolgen. Die Aufwendungen sind im einzelnen nachzuweisen. Von dem Einzelnachweis wird abgesehen, soweit es sich um Aufwendungen handelt, die 5 v. H. des Einheitswertes des Gebäudes nicht übersteigen.

Handelt es sich dagegen um die Kosten zur Wiederherstellung eines total zerstörten Gebäudes, die nicht nur provisorisch ist, so liegt "echter Herstellungsaufwand" vor. Die Aufwendungen sind zunächst aus der sogenannten Rücklage für Ersatzbeschaffung zu entnehmen. Reicht die Rücklage nicht aus, so müssen die darüber hinaus erwachsenen Kosten aktiviert werden und sind dann entsprechend der voraussichtlichen Lebensdauer des Gebäudes entsprechend abzuschreiben. Das läuft also praktisch darauf hinaus, daß der Wiederaufbau, anstatt durch Entschädigungszahlen gefördert zu werden, steuerlich belastet und quasi bestraft wird. arn.