Kurz nach dem ersten Weltkrieg wurde nach ausländischem Vorbild der "Pipelines" die – Ferngasversorgung in Deutschland geschaffen. Träger der Idee waren die Ruhrzechen, die daran dachten, die nur beschränkt. absetzbaren Abgase ~~~er Koksöfen mit gutem Nutzen unterzubringen, während umgekehrt der Gedanke auf der Hand lag. daß es sinnlos sei, mit Hilfe von kostspieligen Güterzügen die Kohle nach Süd- und mitteldeutschen Städten und Werken zu verachten und dort erst zu Gas umzuschulen. Analog dem Schwergewicht der Menschenzusammenballungen im Maindreieck und der fast – gleichen Verhältnisse, im Raum von Hannoverwurden die Gasleitungen dem Rhein entlang nach Süddeutschland und nach Niedersachsen gelegt.

Der letzte Krieg trieb den Gedanken der Gas-(< fernversorgung noch weiter vorwärts, so daß von Hannover aus der Anschluß zur Reichshauptstadt gefunden wurde, Während im Süden das Gebiet von Darmstadt den Anschluß an das Ferngasnetz fand. Träger des Ferngasnetzes wie Organisator des Ganzen würde die Ruhrgas AG. in Essen, deren Aktienkapital völlig bei den interessierten Bergbauunternehmen liegt Der Luftkrieg hat zwar die Leitungen der Ruhrgas an nicht weniger als 400 Stellen getroffen, aber schon im Mai 1946 konnte die Ruhrgas die fast 90prozentige Wiederherstellung ihres Netzes auf der Arnsberger Wiederaufbauausstellung melden. "Heute läuft das Ruhrgas bis Darmstadt und Braunschweig. Die Zonengrenze im – Osten verhindert die Weiterleitung. Wahrscheinlich wäre der Berliner Katastrophenwinter nicht so schlimm geworden, wenn die gesamte Gasversorgung über die leider nicht ausgenutzte Gasleitung geschickt worden wäre, zum Nutzen des überbeanspruchten Wagen- und Lokomotivparks.Th. Sch.