Vor einigen Wochen ordnete die französische Militärregierung in Baden eine erneute große Abgabe von Werkzeugmaschinen an, nachdem im Mai 1946 bereits ausgedehnte Beschlagnahmen stattgefunden hatten. Nunmehr sollten wieder 2000 Werkzeugmaschinen im Werte von 5 Millionen Reichsmark abgeliefert werden. Das badische Wirtschaftsministerium hatte verfügt, daß die Mitgliedsfirmen der – Fachvereinigungen im Einvernehmen mit den entsprechenden behördlichen Organen (Fachkommissionen) die Maschinen bezeichnen sollten, die sie unter Berücksichtigung der bisher erfolgten Abgaben freiwillig abzutreten in der Lage wären.

Die auf-diese Weise zusammengestellten Listen wurden jedoch vom Gouvernement Militaire in Baden-Baden nicht anerkannt, dafür aber das Abgabesoll auf 15 Millionen Reichsmark erhöht. Die Maschinen dürfen nicht über zehn Jahre alt sein. Um der Militärregierung die Auswahl zu ermög-

Bei dieser Aktion wurde vollkommen willkürlich vorgegangen. Eines Tages erschienen Lastzüge, und ohne Rücksicht auf die betrieblichen Zusammenhänge wurden, die modernsten und rationellsten Maschinen von einzelnen Offizieren und Zivilisten aus den Betrieben herausgeholt, wodurch die Prolichen, sollen entsprechend neue Werkzeugmaschinen im Anschaffungswert von 30 Millionen Reichsmark gemeldet werden. Da die gesamte badische Industrie (also ausschließlich Handwerk und öffentlichen Betrieben) nur noch Werkzeugmaschinen unter zehn Jahren im Werte von 19,7 Million Reichsmark besitzt, wurden die bislang von der, Beschlagnahme ausgenommenen Fachzweige, wie die Textil-, die Leder- und die Nahrungsmittelindustrie, aufgefordert, Produktionsmaschinen nach einem den Fachzweigen individuell bekanntgegebenen Schlüssel zu melden.

Die Bedeutung der, erneuten Beschlagnahme geht besonders deutlich aus der folgenden Übersicht hervor, die die im Mai 1946 bereits erfolgten Ablieferungen dem gegenwärtigen Bestand, gegenüberstellt. Die Gegenüberstellung zeigt, in welch erschreckend hohem Maße, nicht nur einzelne Wirtschaftszweige, sondern die gesamte Industrie dieses Gebietes gelitten haben. duktion erheblich gestört oder zum Erliegen gebracht wurde. Manche Betriebe sind bis zu 80 v. H. ausgeräumt worden. Alle beschlagnahmten Maschinen hätten für die deutsche Friedensproduktion nutzbar gemacht werden können.

olr.