T n den langwieriges! und zähen Moskauer Ver- hnndiungeu hatte Außenminister Bevin t unterstützt durch seinen amerikanischer Kollegen, die Forderungen Frankreichs abgelehnt das im deutschen Friedensvertrag für mehrere fahre einen- bestimmten Anteil art der deutschet Kohlenförderung zugesichert haben möchte. Gegen Ende der Konferenz einigten sich die Au& nmiijister der drei Westmächte jedoch über die Quote der deutschen Förderung, die volläufig für den Export iaagesamt zur Verfügung stehen sott. Der Anteil Frankreichs wurde dabei nicht fixiert; dies bleibt der ECO (Eüropean Coal Organisation) überlassen. Das Abkommen tritt AniargJuli in Kraft und kann Ende des Jahres überprüft werden. Sollte ein Übereinkommen über die Angliederung der Saar an die französische Wirtschaft erzielt werden, so werden die Vertragsmichte die neu Lage der europäischen Kohlenorganisation vortragen, wobei sie Frankreich und die Saar dann auch kohleawirtsdhaftlich als Einheit betrachten wollen. Das Abkommen, ist, also eine. Zwischenlösung und bedeutet — wie ia der französischen Presse besonders betont wird — keine Festlegung für die künftigen Verhandlungen, über die deutsche Kohlenwirtschaft im allgemeinen und die Ausfuhr nach Frankreich im besonderen. Audi der Status des Ruhrgebietes wird- dadurch in keiner Weise präjudiziert. Trotzdem kommentierten der russische Rundfunk und die kommunistische Presse Frankreichs das Abkommen wegen der NichtbeteiEin Vergleich der gegenwärtigen Ausfuhrquoten mit denen der Vorkriegszeit ist mit recht sinnvoll. Denn Deutschland exportiert damals nicht soundso viel Prozent seiner Fördarung, sondern dje Mengen, die über den eigenen Vertrauen hinausgingen — und das waren dann eben, wie es nun gerade- traf, soundso viel Prozent. Der Überschuß, nicht ein bestimmter Anteil an der Förderang wurde exportiert (Nettoexport).

Im Jahre 1929 verbrauchte Deutschland 148 Millionen Tonnen Steinkohle, 1938 waren es 166 Millionen. Davon wurden rund 27 bzw. 31 Millionen in Schlesien gefedert Ohne den. Verbtauch der heute polnisch besetzten Gebiete wurden in dem Gebiet des heutigen Vierzonendetitschlands 1929 rund 131 Millionen Tonnen Steinkohle verbrannt gegen 46 Millionen 19 46 (beide Zahlen ausschließlich Saar). 1938 waren et einschließlich. Saar 147 Millionen Tonnen gegen. 52 5 im vergangen Jahr. Von dem Verbraudi in Deutschland" ist mm nachdem recht fühlbarer Tefl abza ziehen für die Stibm und Gasexporte und di direkten und indirekten Lieferungen an die Besatzungmächte. 1946 konnte das restliche Deutschland also weniger als ein Drittel cer Vorkriegsmengen verbrauchen.

Die Einbeziehung der Braunkqhlenförderung würde das Bild nur unwesentlich aifhelien. Die Jahre 1929 und 1938 wurden zugrunde gelegt, weil der Wiederaufbau und die notwendigen riesigen Exporte in de? Zukunft ngejähr gleichgroß Anforderungen stellen werde.

Selbst wenn 1947 im Ruhrgebitt ein Tagesdurchschnitt von 230 000 t erreicht wird und dazu 35 OOO t im Saargebiet, würden bei einem Export, von 21 v. H noch nicht ganz 65 Millionen t Steinkohle in den vier Zonen verbraucht wtrden können. Daß auf diesem niedrigen Niveai der Verlust eines Fünftels der verfügbaren Kohle ganz besonders schmerzhaft seinmuß, liegt auf der Hand. Ein" Vergleich, mit der Landwirtschaft mag den großen Ernst der Kohienausfuhr verdeutlichen. Der Landwirt unterscheidet beim Milchvieh das Erhaltungsfutter, und das Leistungsfutter. Erst wenn der Bedarf an. Erhaltungsfutter gedeckt ist, beginnt dit Milchleistung, Nur die Mengen, die über den Erligung Rußlands ausgesprochen unfreundlich. Die Ausschließung wird von Rußland besonders scharf empfunden, weil Molotow auf der Konferenz eine Viermäehtekontrolle über das Ruhrgebiet, das heißt ein russiscRes Mitbestimmungärecat, gefordert hatte.

Das Abkommen geht von der durchschnittlichen Tagesförderung an Steinkohle in Westdeutschland (Ruhrgebiet und Sargebiet zusammen) als KennZiffer aus, von dsr die Höhe der Exportquote abhängt. Vor der Absetzung des Exportanteiles wird die (gereinigte) Bruttoproduktion durch Abzüge für Zediensefbstyerbrauch, Deputate sowie Selbstvertrauen und Gewichtsverlust bei" der Verkokung der Steinkohle zur verkaufsbereiten Nettoproduk tioa umgerechnet. Ihr wird dann noch die Erzeugung von Braunkohlenbriketts, auf Steinkohlen einheiten umgerechnet, Zugefügt.

Als Verglfichsmaßstab, sind in den ersten zwei Zeilen der Tabelle die Zahlen für das ganze Jahr . 1946 und, für das erste Quartal 1947 (zum Teil geschätzt) aufgeführt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Kohlenausfuhr während der Wintermonate scharf gedrosselt wu rde "Da die Steinkohlenfördetuftg der britischen Zone wegen der unzureichenden Lebensmittelversorgung von ihrem schon erreichten Höchststand von 238 000 Tagestonnen wieder auf rund 220000 Tagestonnen gesunken ist, entsprechen die. Zahlen für das erste Quartal dieses Jahres ungefähr auch dem gegen"wärtigett Status der Produktion.

faaltungsbedarf hinaus gegeben werden, sind Leistungsftttter. In der. Volkswirtschaft ist es nicht anders. Daß gegenwärtig der Erhaltungsbedarf der deutschen Bevölkerung und Wirtschaft an- Kohl bei weitem nicht befriedigt wird, ist zur Genüge bekannt. Wie schlimm "die Dinge auch Jetzt noch, nachdem der Winter vorbei ist, stehen, zeigen drei Nachrichten aus den letzten Tagen: Die Erzeugung von Gebrauchsgütern in den vereinigten angloamerikanischen Zonen reicht nicht einmal ganz für die Belieferung der Bergarbeiterpunkte; in Hambürg müssep Fischdampfer seit nunmehr einer Woche itteri in der besten Fangzeit w?gen Kohlenmangels stilliegen und schließlich die- schwerwiegende Miteilung, daß der Alliierte Kontrollrat die Hausbrandquote für Mai und Juni von einer Million auf 281 000 t heruntergesetzt hat.