An einigen Beispielen wird im Folgenden dargestellt, wie sich die Belastung der Einkommen nach der vor etwa Jahresfrist verfügten "Steuerreform" auswirkt.

Fall 1 : Ein Gewerbetreibender, der einen Jahresgewinnvon 3000 RM versteuert, hat für drei Kinder im Alter von 12, 14 und 21 Jahren (letzteres in der Berufsausbildung), zu sorgen. Er zahlt jährlich 300 RM an Lebensversicherungsprämien.

Die Steuerbelastung nach dem bisherigen Recht berechnete sich wie folgt: Einkommen 3000 RM abzüglich 300 RM Versicherungsprämien als Sonderausgabe: zu versteuern 2700 RM, Einkommensteuer bei Kinderermäßigung fürdrei Kinder: 59 RM; Kirchensteuer 2 RM – verbleibender Betrag 2939 RM. Nach Abzug der Versicherungsprämien verblieben zum Lebensunterhalt 2639 RM.

Nach dem geltenden Steuerrecht sind von den 3000 RM Gewinn lediglich 200 RM als Pauschbetrag für Sonderausgaben abzusetzen. Die Steuerermäßigung für das älteste Kind kommt in Fortfall. Zu versteuern sind also 2300 RM. Die Einkommensteuerbeträgt 178 RM, die Kirchensteuer 6 RM, so daß dem Gewerbetreibenden 2816 RM und nach Zahlungvon Versicherungsprämien 25 16 RM für den Lebensunterhalt verbleiben –gegenüber 2639 RM früher.

Fall 2: Ein Gewerbetreibender, der – bei gleichem Familienstand wie zu Fall 1 – 12 000 RM Gewinn hat, zahlt jährlich 2500 RM an Lebensversicherungsprämien.

Nach bisherigem Recht ergab sich in diesem Falle, nach Abzug des Höchstbetrags von 2100 RM für Versicherungsprämien, ein zu versteuernder Betrag von 9900 RM und eine Belastung von 840 RM aus der Einkommen- und 29 RM aus der Kirchensteuer. Es blieben also 11 131 RM und, nach Abzug der Versicherungsprämien 86 31 RM zum Lebensunterhalt.

Nach der neuen steuerlichen Regelung verbleiben im gleichen Falle nur noch 4611 RM. Zu versteuern sind nämlich 10 400 RM (nach Abzug von 200 RM Sonderausgaben-Pauschale und 1400 RM Ermäßigungsbetrag für Ehefrau und zwei Kinder). Die Einkommensteuer macht nun 4733 RM aus, die Kirchensteuer 156 RM.