Im Wiener Allgemeinen Krankenhaus sterben die jungen Frauen reihenweise am Kindbettfieber. Die Ärzte zucken die Achseln. Das ist nun einmal so, dagegen läßt sich auch mit der größten Sorgfalt nichts machen. Nur ein junger Arzt, Semmelweis, gibt sich nicht zufrieden. Er sucht Und forscht, zergrübelt sich den Kopf, bis ihm die große Erkenntnis kommt: Das Kindbettfieber ist "nur" eine Blutvergiftung und kann durch äußerste Sauberkeit vermieden werden. So wird er der Bahnbrecher für die moderne Antisepsis. Das Kindbettfieber verschwindet. Aber nun beginnt für ihn die Tragik – der Männer, die ihrer Zeit voraus sind. Er kann den Grund für die Blutvergiftung, ihr wahres Wesen nicht angeben. Erst mit der Bakteriologie, mit Pasteur, Koch und deren großen Entdeckungen, wird seine Theorie die sichere. Begründung erhalten. Bis dahin wird er auch von seinen Kollegen nicht anerkannte wird verlacht, dann bekämpft, totgeschwiegen, und so verzehrt er im im aufreibenden Kampf, Tyll Uller hat diesen Kampf in einem Roman geschildert ("Semmelweis. Der Roman seines heroischen Wirkens", Silva-Verlag Iserlohn). Wir erleben das Ringen mit der tückischen Krankheit ebenso mit wie den zermürbenden Kleinkampf mit Dummheit, Eifersucht und Mißgunst. Tyll Uller hat dem großen Arzt zur hundertjährigen Wiederkehr des Tages der Entdeckung der Ursachen des Kindbettfiebers ein würdiges Denkmal gesetzt. M.