Professor Dr Bodensieck, persönlicher Referent Trumans für die Kirchenfragen in der amerikanischen Zone, der während der Evangelischen Akademie in Bad Hermannsburg über die christliche Kirche in Amerika sprach, erwähnte, daß in den Vereinigten Staaten 265 Kirchen und Sekten bestehen, daß aber in Deutschland Jetzt sogar 932 verschiedene Religionsgemeinschaften angemeldet sind. Die Zersplitterung im kirchlichen Leben der Vereinigten Staaten stamme größtenteils aus dem 19. Jahrhundert, als viele europäische Christen nach Amerika auswanderten, dort aber ihrer Glaubensgemeinschaft treu blieben. Professor Bodensieck unterstrich den starken Einfluß der deutschen Theologie auf die Vereinigten Staaten. Es bestehe in den Vereinigten Staaten das tiefe Gefühl der engen Verbundenheit und der Dankbarkeit gegen die europäischen Kirchen und von daher auch eine große Hilfsbereitschaft, die sich freilich manchmal nicht gegenüber den politischen und wirtschaftlichen Interessen durchsetzen könne.

In Berlin fand zum Gedenken an die Bücherverbrennung vor 14 Jahren vor der Berliner Universität der „Tag des freien Buches“ statt. Auf einer Kundgebung sprachen Oberst. Sutanow im Namen der sowjetischen Militärregierung, ferner Dr. Alfred Kantorowicz als ehemaliger Generalsekretär der deutschen Schriftsteller im Exil, Bernhard Kellermann, Günther Weisenborn, Anna Seghers und andere namhatte Schriftsteller, die sich zum Geiste der Demokratie und des Humanismus bekannten.

In Hamburg ist die Joachim-Uungius-Gesellschaft der Wissenschaften gegründet worden, die sich zur Aufgabe gesetzt hat, auf der Grundlage des Zusammenschlusses der Hamburger wissenschaftlichen Vereine, und ihrer möglichst engen Zusammenarbeit mit der Universität, die Wissenschaft und Forschung. zu fördern.

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über die „Geistigen Grundlagen eines schöpferischen Deutschlands der Zukunft“ spricht Dr. Kurt Hiller am 27. und 31. Mai, 19 Uhr, im großen Saal des Gewerbehauses Dr. Hiller ist der Verfasser des in anglikanischen Ländern viel beachteten Buches „After Nazism – Democracy?“ Er ist auf Einladung des Kulturrats der Hansestadt Hamburg von London nach Hamburg gekommen.

Mit einem Appell für den Weltfrieden wird der Papst demnächst in einem Film hervortreten, der unter dem Titel „Krieg dem Kriege“ von der katholischen Filmzentrale gedreht wird. Der Papst wird am Ende dieses Films in sieben Sprachen – italienisch, englisch, französisch, „deutsch, spanisch, portugiesisch – für den Frieden eintreten. Der Film ist der erste, in dem das Oberhaupt der katholischen Kirche in Person auftritt.

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