Außenminister Bevin bezeichnete im Unterhaus die für den Herbst in London vorgesehene Außenministerkonferenz als die wichtigste der Weltgeschichte. Wenn die Beziehungen zwischen Ost und West sich bis dahin nicht befriedigender gestalten würden, „kann niemand voraussagen“, so erklärte Bevin, „welchen Weg die Entwicklung der Welt nehmen wird.“

Bevins Unterhausrede wurde von einem Sprecher der USA-Regierung in Washington als Rückenstärkung für die von Außenminister Marshall nach Rückkehr aus Moskau eingeschlagene Politik ausgelegt.

Außenminister Bidault erklärte in einer Rede über die Moskauer Konferenz, daß sich Frankreichs Haltung gegenüber Deutschland nicht geändert habe. Zu den Beziehungen zwischen den Großmächten sagte er, daß die Zeit nicht mehr zugunsten einer Einigung arbeite.

Winston Churchill forderte in einer Rede die sofortige Errichtung einer Organisation in Großbritannien zur Förderung eines Vereinten Europa. In diesem Europa sollen Frankreich und Großbritannien die Führung übernehmen. Er sprach auch über die Rolle Deutschlands und Italiens innerhalb der geplanten Vereinigten Staaten von Europa. In Wien begann die „Kommission für den österreichischen Staatsvertrag“ ihre Beratungen. Sie soll in den Punkten, über die in Moskau keine Einigung erzielt werden konnte, eine Verständigung herbeiführen.

Die Ausarbeitung des Friedensvertrages mit Japan dürfte der Fernostkommission und nicht der Außenministerkonferenz übertragen werden, wird aus diplomatischen Kreisen in Washington bekannt. Japan verlange eine Armee von 100 000 Mann für die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung, meldet ein Reuter -Korrespondent aus Tokio.

Der frühere japanische Sonderbotschafter in Washington, Kurusu, der zur Zeit des japanischen Überfalls auf Pearl Habour im Amt war, wurde zum Gouverneur der japanischen Industriebank ernannt. Botschafter Kurusu unterzeichnete im Herbst 1940 als Vertreter Japans den Dreimächtepakt in Berlin.

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