Eine Kurzgeschichte aus unseren Tagen von Alfred Berndl

Tag!“ Er kam pustend herein, in der einen Hand die Tasche, in der anderen etwas Eingewickeltes. „Ein Wind ist das heute ...“

„Tag!“ Sie war schon wieder in die Küche gelaufen. „Zieh dir die Schuh gleich draußen aus, Lieber.“

„Du, das ist herrlich“, antwortete er. „Der richtige Frühlingswind. Ein bißchen warm, ein bißchen kalt, ein bißchen verrückt ...“ Er nahm das Eingewickelte und griff in die Tasche. Er ging in die Küche. „Taaag ...“

„Tag“, antwortete sie. Sie sah flüchtig von ihren Töpfen hoch. „Lieber, sich doch mal, die Spuren Du hast ja deine Schuh noch an.“

„Aber nun laß doch die Schuh!“ Er schwenkte beide Arme hervor. „Na?“ Er hielt einen Veilchenstrauß und eine versiegelte Flasche. „Ist das nichts?“, fragte er. Er nahm sie um die Hüfte, wirbelte mit ihr um den Tisch, und dann lehnten sie beide gegen die Kante. „Riedl doch mal! Und hier!“ Er hielt die Flasche hoch. „Hab ich heut alles draufgehauen! Und das ist vielleicht ein Schnäpschen!“

Sie strich sich die Haare aus der Stirn. „Schön!“, sagte sie und noch an den Veilchen. „Aber warum machst du denn so was?“