vom 5, Juni bis 11. Juni 1947

Das Interesse der USA an einem wirtschaftlich vereinten Europa und die Bereitwilligkeit der amerikanischen Regierung zur Hilfeleistung wurde vom amerikanischen Außenminister Marshall in einer Rede an der amerikanischen Harvard-Universität bekundet.

Die Entwicklung in Ungarn bezeichnete Präsident Truman auf einer Pressekonferenz als „Gewaltanwendung“ und die Lage in Ungarn als „schrecklich“.

Als „staatsmännischen Dilettantismus“ bezeichnet die „New. York Herald Tribune“ die Äußerung Präsident Trumans über Ungarn. Die Zeitung ist der Ansicht, der Präsident hätte lieber den Dingen auf den Grund gehen und sich darüber klar sein sollen, daß Worte und Gesten Wendungen in der Geschichte herbeiführen können.

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Der Entwurf der amerikanischen Note an Ungarn, der vom britischen Außenministerium geprüft wird, stellt nach Ansicht von Reuters diplomatischem Korrespondenten Großbritannien vor schwierige – Entscheidungen hinsichtlich seiner Politik gegenüber Mittel- und Osteuropa. Großbritannien müsse sich jetzt entscheiden, ob es gegen diese schweren Beschränkungen demokratischer Freiheiten wirklich ankämpfen oder sich, wie in der Vergangenheit, mit einem offiziellen Protest begnügen wolle.

„Die Geistlichkeit“, erklärte der Erzbischof von York, Dr. Galbett, im britischen Oberhaus, „hat eine Abneigung gegenüber der Militärdienstpflicht und bedauert die Notwendigkeit ihrer Einführung. Wir müssen uns aber die Frage vorlegen, ob der Krieg das schlimmste aller Übel ist oder, ob eine grausame Tyrannei noch verderblicher wäre.“