Stahlquote, Demontage, Rentabilität, Entflechtung und Sozialisierung sind gegenwärtig die wichtigsten Probleme der deutschen Eisenindustrie. Solange die drei ersten Fragen nicht einigermaßen zufriedenstellend gelöst sind, müssen sich Entflechtung und Sozialisierung auf schwankendem Boden bewegen. Die Probleme hängen mit nur eng miteinander zusammen, sondern werden auch dadurch besonders kompliziert, daß ihre Lösung nicht allein in deutschen Händen liegt.

Begonnen hat man mit der Entflechtung der Montan-Konzerne, obwohl sie nicht am vordringlichsten sein dürfte. Sie soll „entsprechend der von den alliierten Regierungen festgelegtenPolitik die unerwünschte wirtschaftliche Machtkonzentration in Deutschland beseitigen“ und zu diesem Zweck die einzelnen Betriebsgruppen (Hochofen, Stahl- und Walzwerke) aus den Konzernen herausnehmen und verselbständigen. In der Ostzone sind dagegen an die Stelle der privaten Konzerne gewaltige staatliche Einheiten, Kombinate, getreten, sie sich in den Händen der Länder oder der Besatztungsmacht befinden.

Pachtgesellschaften

Die mit Wirkung vom 1. März d. J. in der westdeutschen Eisenindustrie begonnenen Ausgliederungen (Operation „Severance“) sollten gewissenmaßen Musterbeispiele für das große Experiment sein, das die North German Iron and Steel Control und ihr deutsches Planungs- und Ausführungsorgan, die Treuhandverwaltung (Leitung H. Dinkelbach, früher Vorstandsmitglied der Vereinigten Stahlwerke), durchführen. Die vier Werke, die alt erste aus ihren Konzernen herausgelöst wurden, sind:

Jahres-Rohstahlprodaktion (in Mill. t)

im Frieden / 1946