Nun liegt auch das Votum der Preisbehörden zur Währungsfrage vor, und es ist eindeutig: "in aller Kürze" müßten weitgreifende wirtschaftspolitische Entscheidungen getroffen werden, heißt es in der einstimmig angenommenen Entschließung, "wenn das Auseinanderbrechen wirtschaftlicher Zusammenhänge aufgehalten werden soll". Eine baldige planvolle Neutralisierung des sogenannten Kaufkraftüberhanges Wird gefordert. Denn: "Geld und Preise verlieren in steigendem Maße an Bedeutung. Die Wirtschaft ersetzt sie immer mehr durch den Tausch. Damit werden Preisstabilität und Preisgefüge zu fiktiven Begriffen. Die gegenwärtige Entwicklung trägt eindeutige Zeichen eines baldigen Zusammenbruchs der Staats- und Wirtschaftsordnung." Die Grundbedingung für jede weitere Preiskontrolle liegt, wie die Vertreter der Preisbehörden aus den beiden Westzonen bei ihrem Weinheimer Treffen festgestellt haben, auf dem Währungsgebiet. Ergänzend werden vier Forderungen aufgestellt... Sie betreffen die gleichzeitige Umstellung der Steuerpolitik auf eine produktionsfördernde und soziale Linie, die Umstellung des Bewirtschaftungssystems auf das Prinzip der Verbraucherkontingente und des durchgehenden Bezugsrechtes und die Legalisierung des Kompensationsgeschäftes, soweit es für den Gang der Produktion unbedingt erforderlich ist. Schließlich wird gefordert: die vorübergehende Lockerung der allzu starren Preispolitik, um in einem Zeitraum. von etwa drei Monaten vor Neutralisierung des Kaufkraftüberhanges die unbedingt erforderlichen -Korrekturen in der Preisstruktur durchführen zu können. Das Ziel soll dabei sein, daß nach vollzogener Geldreform größere Preisänderungen (also Preiserhöhungen) vermieden werden können; ferner will man "die widersinnige preispolitische Methode der behördlich angeordneten Verlustverkäufe" danach ausschließen.

Das sind ganz vortreffliche Einsichten. Wir möchten hoffen, daß die Entschließung des Weinheimer Convents; mit ihrer eindringlichen Analyse der gegenwärtigen Gefahrensituation, auch von jenen Leuten gelesen und verstanden wird, die der drängenden Forderung, man möge nun bald mit der Geldreform beginnen, seit Jahr und Tag nichts Besseres entgegenzustellen, haben, als die abgedroschene stupide Formel: erst müsse die Voraussetzung eines "Anlaufens der Produktion" erfüllt sein...

Wir registrieren weiter: der Mindener Verwaltungsrat für Wirtschaft (das ist also das Gremium der acht Wirtschaftsminister) stellt fest, daß "eine baldige Regelung des Währungsproblems als Mittel zur Produktionssteigerung, zur Sicherstellung der Bewirtschaftung und zur Wiederherstellung funktionsfähiger Märkte unerläßlich ist." Roma locuta, causa finita. – Außerdem wurde beschlossen; ein Programm für die Geldreform auszuarbeiten und in Zusammenarbeit mit dem Zwei-, zonenamt für Finanzfragen weiter zu behandeln.