Schweizer Ärzte, Psychologen und Pädagogen trafen sich kürzlich auf ihrem ersten Deutschlandbesuch – mit fünfzig deutschen Erziehern, Heilpädagogen und Sozialarbeitern aus allen Zonen zu. einer viertägigen Arbeitsgemeinschaft im Beisein englischer und amerikanischer Leiter der Erziehungsabteilungen in der Odenwald-Schule bei Heppenheim an der Bergstraße. Die Diskussionen gingen um die Fragen, ob die Hellung der physischen Not nicht dringender, sei als die der seelischen, ob es sich bei der deutschen Jugend um eine Verwahrlosung oder um eine Verelendung handelt, ob sie gegen die Lockungen und Reize des Nationalsozialismus schon gefeit ist und ob die Jugend aller europaischen Länder nicht in verwandter innerer Verfassung sei, wie es aus Dr. Elisabeth Rottens Schilderung des Pestalozzidorfes in Trogen deutlich geworden sei.

Die weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannte Anstalt Bethel bei Bielefeld, das größte Werk der Inneren Mission der Evangelischen Kirche Deutschlands, beging in diesen Tagen ihr 80. Jahresfest.

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Der Verleger Ernst Rowohlt (Hamburg und Stuttgart) beging in diesen Tagen seinen 60. Geburtstag. – Als letzter Ro-Ro-Ro-Druck des einfallsreichen Verlegers erschien Theodor Pliviers Kriegsbuch "Stalingrad", dessen Autor kürzlich auf Einladung des Hamburger Kulturbundes einige Abschnitte daraus vorlas. Die Gesellschaft für Literatur und Theater Englands, die in Hamburg gegründet wurde, veranstaltete im Gästehaus des Senats der Stadt Hamburg ihren ersten Vortragsnachmittag. Als Themen standen deutsche und englische Musik, die moderne englische Novelle und die Kunst der guten literarischen Übersetzung zur Diskussion.

Auf Einladung von Oberbürgermeister Brauer sprach Prof. C. J. Friedrich von der Harvard-University, USA, vor Professoren und Studenten der Universität Hamburg über das "Verfassungsproblem in amerikanischer Perspektive". Prof. Friedrich ist in den vergangenen Monaten als Ratgeber der US-Kommission des Alliierten Kontrollrates in verfassungsrechtlichen Fragen tätig gewesen. Er kehrt jetzt nach den Vereinigten Staaten zurück.

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Das viel diskutierte Theaterstück "Die russische Frage" von Konstantin Simonow wurde mit dem Stalinpreis 1946 ausgezeichnet. Das Schauspiel ist von Bruno Henschel & Sohn, Berlin, verlegt worden.