Die Internationale Handelskammer hat das kranke Wirtschaftsobjekt Vier-Zonen-Deutschland nach weltwirtschaftlichen Gesichtspunkten untersucht und einige gute Arzneien verschrieben. Man empfiehlt eine Währungsreform und einen Devisenbonus für die deutschen Exporteure, ferner eine Reform des Rationierungssystems und eine allmähliche Steigerung der Zuteilung von Verbrauchsgütern an die Bevölkerung, sowohl aus der Inlands- wie auch später aus der Auslands-Produktion.

Damit enden die Vorschläge. Wir aber können uns nicht des Eindrucks erwehren, daß die Praktiker hier anscheinend in das Lager der Theoretiker übergewechselt sind: Der Verkehr wurde nicht berücksichtigt. Jeder deutsche Außenhandelskaufmann wird für den täglichen Ablauf der Geschäfte daher noch zwei Dinge dringend fordern müssen (die sich mit dem Sicherheitsbedürfnis des Auslandes gegenüber Deutschland vereinbaren ließen): Persönliche Verbindung mit dem Ausland und Erleichterungen im Postwesen. Die Erlaubnis zum Telegraphenverkehr über die Grenzen reicht bei der komplizierten Natur des deutschen Aus-, landsgeschäfts nicht aus. Nachstehender Brief aus Caracas (Venezuela) an eine Hamburger Firma beleuchtet eindeutig die Situation:

"Von Robstofflohnveredelungsgeschäften in den bisher von Hamburger Firmen angeregten Formen versprechen wir uns nichts. Wir können, in aller Welt zu festen Preisen Ware gegen Bargeld per Luftpost oder Kabel kaufen, ohne den Amtsschimmel zu bemühen, Ein Brief nach USA läuft zwei Tage, einer nach Belgien vier. Solange Post nach Deutschland einen Monat und mehr braucht, hat es keinen Zweck, Geschäftsaufträge zu geben."

W–n.