Eine große Sorge des letzten Winters war, wie wohl die Saaten jene Zeiten des strengen Frostes, ohne ausreichende Schneebedeckung, überstehen würden. Die Auswinterungsschäden sind, nach einer (endlich!) vor kurzem veröffentlichten Statistik, nicht so erheblich, wie zuerst Westzonen Zwar ist die Hälfte des Rapses in den Westzonen ausgewintert, ein Drittel – der Wintergerste und fast ein Fünftel des Winterweizens; bei Roggen aber betragen die Ausfälle nur 6,8 v. H. Die ersten Schätzungen dagegen, die freilich immer übertrieben sind, sprachen von 40 v. H. der gesamten Anbaufläche an Wintergetieide.

Auch in Frankreich sind erhebliche Auswinterungsschäden entstanden. Nach einer Reuter-Meldung wird die Weizenernte nur etwa drei Viertel, des Vorjahrsertrags erreichen: Bei Roggen sind die Schäden gering. Weiter heißt es, daß nur 112 000 ha von insgesamt 181 000 ha Gerste den Winter überstanden hätten, und 3 17 000 ha von 586 000 ha Hafer... Kurios, Frankreich ist das einzige Land der Welt, in dem Winterhafer angebaut wird! Sonst kennt man Hafer nur als Sommerfrucht.

Ins gleiche Fach schlägt die Meldung einer französischen Korrespondenz, in der es heißt, man habe neuerdings in den USA eine "Ramie" genannte Faserpflanze der Textilindustrie dienstbar gemacht Ach nein, diese angeblich "neue" Naturfaser ist durchaus keine Errungenschaft der Nachkriegszeit – in jedem-Lexikon ist nachzulesen, daß sie schon vor hundert Jahren wohlbekannt war, und daß z. B. auf der Pariser Weltausstellung von 18 51 Ramiegewebe bereits als veraltet zurückgewiesen worden sind...

"Winterhafer" ist es auch, wenn immer wieder, infolge eines Übersetzungsfehlers, unser altbekanntes Kali als "Pottasche" durch die Zeitungsspalten geht, und wenn nach dem britischen Sprachgebrauch – von "Billionen" Dollar da gesprachen wird, wo man "nur" Milliarden meint. Offenbar ist der Kursus in der Benennung der höheren Zahlen, den wir 1923 durchgemacht haben, bei. der jüngeren Journalisten-Generation nicht mehr ganz richtig in Erinnerung. n. f.