Unter blaugrünen Schwarzwaldhöhen, auf einer saftigen Wiese, die zum Titisee abfällt, steht eine Jugendherberge im Stil der hier heimischen’ Gehöfte. Kürzlich beherbergte sie für drei Tage eine Konferenz der Weltstudentenhilfe, Ein internationaler Kreis von Studenten fand sich zu lebhafter Aussprache über die Probleme der Welt und insbesondere des Universitätslebens zusammen. Drei Sprachen, Französisch, Englisch und Deutsch, klangen durcheinander. Noch reicher aber war die Zusammensetzung des internationalen Kreises mit Delegierten aus den USA, Indien, Schweden, Dänemark, England, Holland, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Italien, Österreich, Ungarn, der Tschechoslowakei und Deutschland sowie Vertretern der Militärregierungen der westlichen Zonen. Von allen Teilnehmern wurde sehr bedauert, daß die Ostzone nur schwach vertreten war.

Wir deutschen Delegierten, eingeladen, um gleichberechtigt unsere Meinung zu äußern, fanden bei unseren ausländischen Kommilitonen nicht nur die Gemeinsamkeit eines christlichen Humanitätsideals, sondern auch den lebendigen Willen, uns wieder aufzunehmen, zu verstehen und zu helfen. Keine Gegensätze mehr? Ob doch – wir und einige unserer Freunde tragen noch manche Scheuklappenfetzen. Aber was tut das, wenn der wirkliche Wille zur Gemeinsamkeit darüber steht!

K. V.