Hamburg ist aus dem Kriege mit 75 r. H seiner industriellen Kapazität von. 1938 herausgekommen. Jene Pessimisten, die seine Lebenskraft unter den Trümmern der Wohngebiete für immer begraben glaubten, können hier kaum eine Bestätigung ihrer Prognosen erwarten. Etwas strittiger ist es schon, ob man sich aus dem Erdrutsch der weltungebrochen herausarbeiten kann, nachdem der Aschenregen von sechs Jahren Autarkie, und weiteten sechs jähren Krieg lähmend auf den Hamburger Lebensnerv, den Außenhandel, gefallen ist. dien Außenhandels zu fiberwinden, ist es kennteidmend, daß ia einer ""Denkschrift zwr feöftige nichts zu diesem Thema beigesteuert werden kann. Das ist nicht eia Versagen der: Gutachterkor% mission unter Vorsitz von Professor Schiller, di im Auftrage des Hamburger Senats diesen Plan für den Wiederaufbau der Hänsestadt Harnburg ausgearbeitet hat, unterstützt von der Verwaltung, den Wirtschaftsorganisationen und den Gewerkschaften. Es ist die erzwungene Ruhe der gebünleiien Hände, die noch nicht selbst mitanpacken können. Hamburgs Handel ist ein Opfer der weltwirtschaftlichen Abschnürung, der nationalsozialistischen Autarkie und des Krieges geworden. Einst sorgte er dafür, daß der Hamburger Wohlstand im Reiche spnchwörtirch war. Inzwischen ist er wie in förderkorb mit gerissenem Seil hinabgesaust und hat dazu natürlich das. Absinken des Reichs Durchschnitts "auch im vollen Umfang mitgemacht. Tür den Wiederaufbau des. Handels ist nurnoch eia warten. Audi dieser Handelsümfang wird Hamibiirg nicht kampflos zufallen. Es wird dabei in dieses so viel kleiner gewordene, teilweise überalterte Hamburger Handelshaus auch noch neues, frische Blut aus den Flüchtlingsfirmert einzuführen ein. Schwierig — doch es muß sein! , Es wäre leicht, für den Wiederaufbau der übrigen Teile, der Hamburger Wirtschaft der PlanungiSwerlockimg- zu unterliegen, möglichst viel Altes anzureißen, möglichst viel Neues auf dem Paper entstehen zu lassen. Der Lockung ist in dem Gutichten weitgehend widerstanden werden. Mehr och, man hat sich sogar bemüht, auf das restliche stehenden alten oder berechtigten neuen Industrien anderwärts nicht ins Gehege kommen. Besonders hoch ist den Gutachtern jedoch anzurechaen, daß sich die Warnung vor Fehlinvestitionen wie in roter Faden durchihre, gesamte Arbeit zieht Dabei wird nicht verkannt, daß sich ein gewaltiger turellen Veränderungen in Einzelfällen das Wort geredet, etwa für den Ausbau von Fischereiflotte Jiigenversorgung mit Eiweiß, am ehesten dienen könnten Doch geaerell muß- zunächst die Investition vor allem "aus altem Geldüberhang) gedros elt, ja vielfach unterbunden werden. Statt dessen oil erst einmal aus dem uns verbliebenen. Produktionsapparat — der übrigens nach Ansicht der Cutachter keinen stärkeren Demontageaderlaß ertragen kann — alles an Leistung herausgeholt. werden, was er zu geben vermag. Eine Verdoppe, Jung dr Produktion könnte ohne nennenswerte Ausweitung oder- Neugestaltung der Kapazität erleicht werden. Voraussetzung sind bessere und ge sicherte Ernährung, ausreichende Rohstoffversor gung und Stärkung der Verkehrsmittel. Ernährungsind Rohstoßausstattung sind, aber nur mit Hilfe <kr Besatzungsjnädite bzw überhaupt des AXJSjandes durch kreditierte Lieferungen zu lösen Ihre Lösung vorausgesetzt:, kann recht schnell twas, für den Verbraucher geschehen. Inwieweit iedarf es aber für diese Förderung des Verbrauchers aus einer unzulänglich ausgenutzten Ka > yazität und einer nur rein nominellen "Vollbeschäftigung" der Er¥erbst3tigea noch der Planung: im einzeriea? Hamburgs Vorschlag gibt eins sehr detaillierte. Antwort und läßt die Gesamtfräge 1 cfenach eigentlich offen. Man möchte in drei Phasen gu dem; Ziel gelangen, die Hamburger Industrie on gegenwärtig 75 v. H auf 96 v. H des Standes. yon 1938 z erweitern. Dabei soll; etwa die Hälfte wtn 20 v. H über Vor criegskapazität hinaus vergrößert werden. Weitere 10 v. H "sollen dahin zuämrückkfchren 15 bis 20 V. H ganz oder teilweise auf Neuproduktion umgestellt, "und 30 bis 25 v. H, jung nd Umstellung der Kapazität gehören grundsätzlich- erst zur dritten Phase des. Planes? an die man hofft, 1949 herangehen zu können. Ia der. ersten Phase einer beschränkten Ankurbelung und der zweiten Phase des Durchhaltens der zunächst icht besonders zu fördernden Wirtschaftszweige will man die Spritze einmaliger. Rohstoffkredite ansetzen, um die produktive Leistung in der Nahrungsmittelindustrie, im Wohnungsbau und bei den Verkehrsmitteln der nominellen Beschäftigung anzupassen. Daneben sollen alle Veredlungsarbeiten für das Ausland übernommen werden, für die zusätzlich Rohstoffe (und. Kohle aus- exportbestimmten Mengen) bereitgestellt werfen und Kapazität verfügbar ist , Der Plan ist gut, mag auch nicht jeder Industrie zweig mit der ihm zugeteilten Rolle zufrieden sein. Als das Beste davon erscheint uns sein Schweigen ober den Weg zur Verwirklichung In seinen EinBl leiten, wie der Zuweisung künftigen Produkte > ;fflnfanges, ließe er sich nachder Klärung der, teb ießlich durch KrecBrfeakung in die Tat umIBetzen. Er benötigt also keinen Kontrollapparat, Her die Verwendung jeder Schraube selbst dann lpoch überwacht, wenn sie der wohl zunächst aus IMUngelgriinden noch nicht entbehrlichen Bew irtpehafttmg abgerungen ist. Diese. Hoffnung, derjyerwirklichung nur durch Kreditlenkung wird in pen Hinweisen zur. Finanzierung der Phase des Uttrchhaltens unterstfitzt. Dean hier, wird auf die §weckmäßigkelt einer Selbsthilfe der Wirtschafe ingewiesen. Es fragt sich, ob die Fondsbildung aus zusätz liehen Ertragsteilen der angekurbelten Wirtschaft für Durdbhaltekredite" ausreichen würde. Es : fragt pich auch, ob das Durchhalten von Facharbeitern n den zürn Retardieren, veranlagten Industrie rweigen in seinen Auswirkungen auf Finanzierung lind Arbeitsmarkt bei der Gestaltung dieses Planes genügend berücksichtigt worden ist. Das Verdienst ifer Gutachter soll deshalb nicht verkleinert werden. Es ist ein ; dreifaches; die Beleuchtung der; schmäleren Basis; auf der sich der Hamburger Außenhandel einzurichten hat, die Warnungsbojen. vor den Untiefen der Fehlinvestitionen auf dem schwierigen Weg zur, Erholung und das schwel- : gende — aber" hoffentlich ernst gemeinte Zugeständnis an die Wirtschaft, eich durch diese Rahmenplanung nicht von der Entfaltung der, ihr eigenen Dynamik abhalten zu lassen, . Gw.