Die britische Botschaft in Washington hat dem amerikanischen Außenministerium eine Note übermittelt, in der vorgeschlagen wird, die geplante Konferenz über die Ruhrkohlenproduktion auch auf die größeren Probleme der Westzonen auszudehnen. Es wurde auch um Prüfung des weiteren Vorschlages ersucht, diese Konferenz nach Berlin zu verlegen.

Die Schlüsselstellung der deutschen Industrie in einem europäischen Wiederaufbau werde von der amerikanischen Regierung voll erkannt, erklärte der frühere stellvertretende USA-Außenminister Dean Acheson. Amerika verfüge nicht über die Produktionskapazität und die Rohstoffe, um alle europäischen Bedürfnisse zu befriedigen. Aber selbst wenn das der Fall wäre, würde Europa nicht in der Lage sein, diese Lieferungen zu bezahlen. Deshalb sei die deutsche Produktion für die europäische Wiedergesundung von entscheidender Bedeutung.

Außenminister Bevin nahm auf einer Veranstaltung der Bergarbeitergewerkschaft zum Deutschland-Problem Stellung. Er wandte sich energisch gegen die in einem Teil der Presse geäußerte Auffassung, daß seine Bemühungen um die Durchsetzung des Marshall-Planes in der Hauptsache dem Wiederaufbau Deutschlands hätten dienen sollen. Der Wiederaufbau Deutschlands könne erst an letzter Stelle durchgeführt werden, wenn eine allgemeine wirtschaftliche Gesundung in Europa erreicht sei.

Der französische Botschafter in Washington, Bonnet, setzte das amerikanische Außenministerium davon in Kenntnis, daß Frankreich vorläufig jede Erhöhung des deutschen Industriepotentials ablehne.

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Das amerikanische Repräsentantenhaus überstimmtedas zweite Veto Präsident Trumans legen die Herabsetzung der Einkommensteuer um 4 Millionen Dollar. Der amerikanische Senat dagegen billigte das Veto des Präsidenten.

241 amerikanische Beamte wurden nach einem Bericht des Verwaltungs-Ausschusses des Repräsentantenhauses innerhalb der letzten neun Monate als unzuverlässig entlassen. Von den Entlassenen waren 134 Beamte der amerikanischen Armee.