Teil bin nicht gekommen, eine Achse zu schmieden, ich will ein Regenbogen sein zwischen unseren beiden Ländern,“ so sprach die Gattin des argentinischen Staatspräsidenten Peron vor spanischen Frauen zu Beginn ihrer Reise durch Europa. Man kann nicht besser den Charakter ihrer Mission bezeichnen, als sie es selber tat. Eine Botschaft guten Willens bringt sie von ihrem Heimatland hinüber, zu unserem alten Kontinent Sie kommt nicht nur als die erste Dame ihres Landes, sie kommt auch als die Schirmherrin der „descamisados“, der „Hemdlosen“, der Armen und Unterdrückten, als die „Erste Samariterin“, wie das argentinische Volk sie nennt. Und sie brachte Geschenke mit, Geld, Kleidung, – Getreide und Nahrungsmittel, um wie eine Prinzessin aus dem Wunderlande den Notleidenden, in Europa zu helfen.

Was Wunder, daß das Zeremoniell der europäischen Regierungen nicht ausreichte, – daß man schwankte, wie man sie empfangen solle. Franca zwar hat sie begeistert aufgenommen, der Papst hat ihr eine betont feierliche Audienz gewährt, die Regierung de Gasperi hat alles getan, sie vergessen zu lassen, daß die italienischen Kommunisten gegen sie protestierten. In Paris aber hat man sich entschieden, dem Besuch einem mehr privaten Charakter zu verleihen, obgleich La Presidenten bei der offiziellen Unterzeichnung des französisch-argentinischen Handelsvertrages zugegen war. Und in England gab es lange Diskussionen darüber, ob der Hof sie empfangen solle oder nicht,

Sie selber macht keinen Hehl daraus, daß sie zum Volk gehört und den Fortschritt liebt. „Ich bin eine Frau aus dem Volke, all meine Bestrebungen, all meine Sehnsucht, all meine Sorgen sind darauf gerichtet, die gerechten Ansprüche der Frauen zu unterstützen“, erklärte sie vor einer Versammlung der Liga für Frauenwahlrecht in Italien. Mit dieser unbekümmerten Offenherzigkeit hat sie in ihrem eigenen Lande manche, ihrer Gegner in der ersten Gesellschaft von Buenos Aires besiegt. In dem alten Europa ist ihre Form der Diplomatie noch ungewohnt. In Verbindung mit der wirtschaftlichen Macht Argentiniens scheint sie jedoch Früchte zu tragen. M.