Aus den letzten Jahrzehnten 19. Jahrhunderts sind uns viele Monodramen überliefert, die, von Musik unterstützt, den großen Heroinen der dramatischen Kunst zu besonderen Glanzleistungen verhelfen sollten. Zu den ergreifendsten Dichtungen dieser Art zählt Goethes „Proserpina“,die er 1776, für Corona Schröter schrieb und später als viertenAkt dem „Triumph der Empfindsamkeiten“einfügte. Der Essener Komponist Erich Sehlbach hat ihr jetzt neue werkgetreue Musik geschrieben; die den herben Klang der Holzblasinstrumente mit geschickter Hand einsetzt. In einer Veranstaltung der Essener Goethe-Gesellschaft brachten. Mitglieder der Folkwang-Schule die musikalische Neuschöpfung zur Uraufführung.

Zur Gründung einer „Gesellschaft zum Studium der Kultur der Sowjetunion“ haben maßgebliche Persönlichkeiten des kulturellen Lebens in Sachsen-Anhalt aufgerufen. Unterihnen befinden sich Ministerpräsident Prof. Dr. Hübener, Minister Dr. Damerow, Dr.Herwegen Intendant / Kendzia und der Rektor derUniversität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. Eissfeld. Die Gesellschaft will durch Vorträge, Diskussionen, Reiseberichte,Ausstellungen und Gastspiele sowjetischer Künstler das Verständnis für die Sowjetkultur fördern.

Eine neue deutsche Vogelwarte wurde in Moritzburg in Sachsen geschaffen. Nach dem Verlust der beiden Vogelwarten Helgoland und Rossitten arbeitet die neue Vogelwarte in enger Verbindung mit der Vogelwarte in Radolfzell amBodensee, die die die Nachfolge von Rossitten. angetreten hat und mit der imAusbau begriffenen Vogelwarte in Cuxhaven.

Unter dem Motto: Heimatlose, Flüchtlinge, Vertriebene – ihr Schicksal als Forderung an die Kirche, veranstaltete das Hilfswerk der Evangelischen Kirche Deutschland in Stuttgart eine Kundgebung, auf der Landesbischof Dr. Wurm erklärte, daß es eines der größten Erlebnisse der Gegenwart sei, zu sehen, wie sich die Christen der Welt zu einer großen Gemeinschaft zusammenfinden. Der Präsident der ökumenischen Flüchtlingskommission im Weltrat der Kirche, Referent Henry Carter (London), versicherte in einer Ansprache daß die Beratungen über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit der Ökumene mit dem Hilfswerk von der Planung zur praktischen Tat führen werden. Der Leiter des Hilfswerkes, Dr. Gerstenmaier, wandte sich gegen das „Komplott des Schweigens in der Weltpresse“, die bis auf verschwindende Ausnahmen die Flüchtlingsnot in Deutschland ignoriere. Er forderte einestraffe Lenkung der Arbeit, einen Wandel der inneren Einstellung zur Handarbeit, Überwindung des Arbeitsdünkeis und uneingeschränkte. Wiederzulassung der deutschen Wirtschaft zum Weltmarkt.

Luise Halbe, die in diesen Tagen 80 Jahre wurde, ist dem umfangreichen literarischen Nachlaß ihres 1944 gestorbenen GattenMax Halbe eine treue Verwalterin. Sein letzter Roman ,,Die Friedensinsel“, der 1945 im Salzburger Verlag „Das Berglandbuch“ erschien und in Deutschland bisher nicht ausgeliefertwerden konnte, ist ein wohl schon in Vorahnung der unmittelbarbevorstehenden Katastrophe geschriebenes Denkmal seiner zerstörten und verlorenen Danziger Heimat. Das Arbeitszimmerund die Bibliothek in Max Halbes Schwabinger Heim in der Martiusstraße sind von den amerikanischen und deutschenBehörden alsStätten einer denkwürdigen geistigen Tradition unter besonderen Schutz gestellt worden.

Der Philosoph Max Desoir, einst eine Zierde der Berliner Universität, ist im Alter von 80Jahren in Königstein bei Frankfurt gestorben. Er hattebereits Anfang des laufenden Sommersemesters seine Philosophievorlesungen an der Frankfurter Universität einstellen müssen.

Prof.Dr. Rudolf Laun, der Völkerrechtslehrer und Prorektor der Universität Hamburg ist durch den Senat der Universität Hamburg für das kommende Wintersemester zumRektor gewählt worden. Prof. Dr. Laun, im 66. Lebensjahre steht, war 1924 zum erstenmal Rektor der Hamburger Universität.