Bei der Betrachtung der abweichenden Tarifgestaltung zwischen Einkommensteuer und Körperschaftssteuer, wie sie durch das Kontrollratgesetz Nr. 12 geschaffen wurde, war man auf den ersten Blick geneigt, anzunehmen, daß die Kapitalgesellschaft allgemein steuerlich begünstigt war. Eingehende Untersuchungen ergaben aber, daß eine ganze Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen sind, um den "Sprung in die Anonymität" aus rein steuerlichen Erwägungen empfehlenswert erscheinen zu lassen, und daß jedenfalls eine allgemeine Beantwortung der Frage, ob die der Einkommensteuer oder die der Körperschaftssteuer unterliegenden Unternehmensformen steuerlich vorteilhafter sind, nur schwer möglich ist. Damit aber lag es nahe, nach einer Unternehmensform zu suchen, die eine heute vielfach gebotene Haftungsbeschränkung gewährleistet, gleichzeitig aber weder die Nachteile der einen noch der andern Unternehmensform hat. Diese Unternehmensform findet sich in dem Gebilde der GmbH. & Co.

Die GmbH. & Co. ist eine Kommanditgesellschaft, deren einziger persönlich haftender Gesellschafter – Komplementär – eine GmbH, ist, während die Gesellschafter der GmbH, als die sogenannten Kommanditisten erscheinen, deren Haftung gegenüber den Gesellschaftsgläubigern auf den Betrag einer bestimmten Vermögenseinlage beschränkt ist. Es ist nicht möglich, im Rahmen dieses Berichtes auf nähere Einzelheiten einzugehen. Steuerlich gesehen hat die GmbH. & Co. jedenfalls den unbedingten Vorteil, daß die Vorbelastung der von den Kommanditisten erzielten Gewinne durch die Körperschaftssteuer wegfällt, und daß auch die Steuerfreiheit für nicht entnommene Gewinne gemäß § 3 StÄV in Anspruch genommen werden kann. Von der rein steuerlichen Seite abgesehen, bietet sie vor allen Dingen jederzeit die Möglichkeit, ein bestimmtes Unternehmen in eine Besitzfirma und eine Betriebsgesellschaft zu zerlegen, beide Gestaltungen aber in einem einheitlichen Gebilde, eben der Kommanditgesellschaft, zusammenzuhalten.

Die GmbH. & Co. mag heute noch eine ungewohnte Rechtsform sein. Ihr aber schon um deswillen die steuerliche Anerkennung zu versagen, dirfte abwegig sein. Schließlich muß man der Wirtschaft die Möglichkeit geben, Wege zu gehen, die aus, irgendwelchen Gründen zweckmäßig erscheinen, Arnold