Der Bergmannspunkt, ein Kaufmittel für viele begehrte Güter, ist nun auch – leider – ein Objekt des Schwarzen Marktes geworden. Das Punktsystem sollte der Stein der Weisen zur Hebung der Arbeitskraft des Bergmanns sein. Auf dem Schwarzen Markt mit festem Kurs gehandelt, ist jedoch sein Sinn verfehlt.

Versuche, durch Einbau von Sicherungen die Schwarzmarktgefahren einzudämmen (ganz zu beseitigen wird wohl in Mangelzeiten kaum möglich sein), wurden nicht unternommen. Im Gegenteil: neben dem Bergmannspunkt diente zum Bezüge von besonderen Spinnstofferzeugnissen (Mänteln, Anzügen) der Bergmannsscheck. Beide zusammen garantierten erst den Bezug dieser hochwertigen Erzeugnisse, wobei der Bergmannsscheck nur bei Nachweis besonderer Bedürftigkeit erhältlich war und der bezugsberechtigte Bergarbeiter die notwendige Punktzahl erspart haben mußte. So konnte ein Ausverkauf in diesen Artikeln vermieden werden.

Nunmehr sind diese Schranken gefallen, und der Punkt kann sich tummeln, wo und wie es ihm paßt. Er sucht sich die Güter, die am seltensten sind und daher höchste Schwarzmarktpreise erzielen. Der Tag ist nicht mehr fern, da die Lager der Bekleidungsindustrie geräumt sind, weil dem Schwarzhandel durch Aufkauf von Punkten der Weg zum Ankauf der nur in geringem Umfang vorhandenen Spinnstoffwaren geöffnet wird. G. Pr.