Die mit einer Verkehrstagung, verbundene große Kölner Verkehrsschau ist in der ersten Augustwoche erfolgreich abgeschlossen worden. Unser westdeutscher Korrespondent gibt im folgenden einen Rückblick auf die Veranstaltung.

Köln hat sich auf Anregung seines Verkehrsdezernenten, des Beigeordneten Adolphs, zur Abhaltung der Verkehrsschau entschlossen, weil es sich seiner geschichtlichen Entwicklung und seiner Tradition als Verkehrsbrennpunkt des Rheinlandes und des Westens verpflichtet fühlt und den auf der Schiffahrtstagung im Herbst 1946 und auf der Tagung mit der Hauptverwaltung der Reichsbahn Ende des vergangenen Jahres begonnenen Gedankenaustausch über das gesamte Verkehrsproblem vertiefen. und verbreitern wollte. Die Absicht, die früher so engen Verbindungen mit dem Ausland, insbesondere mit den westlichen Nachbarstaaten, wieder neu zu knüpfen und zu verstärken, war dabei von besonderer Bedeutung. Die Anwesenheit von hervorragenden ausländischen Ehrengästen und von Vertretern aus Wirtschaft und Verkehr bot Gelegenheit, nicht nur über Verkehrs- und Wirtschaftsfragen, sondern auch über die so zahlreichen politischen Probleme ins Gespräch zu kommen. Mag dies auch nicht sofort spürbare Wirkungen haben, so ist die Bedeutung solcher Unterhaltungen, auf längere Sicht gesehen, keineswegs zu unterschätzen.

Wer große internationale Verkehrsausstellungen des In- und Auslandes der Vorkriegszeit kennengelernt hat, wußte, daß er die dort gewonnenen Maßstäbe bei der Besichtigung der Kölner Schau nicht anlegen konnte. Aber er war doch erstaunt über die Vielfältigkeit des aus dem gesamten Verkehr zu Land und zu Wasser Dargebotenen und über die übersichtliche und gefällige Art, mit der es für den Beschäuer ausgebreitet war. Wenn auch Köln als Verkehrsknotenpunkt des Westens im Mittelpunkt stand und stehen mußte, so hatte doch die ganze Schau überörtlichen Charakter, der ja jedem Verkehr auf der Schiene, der Straße, dem Wasser und in der Luft natürlich ist. Es wurde gezeigt, wie der Verkehr und seine Möglichkeiten einst im Frieden und nach der Niederlage waren, wie sie jetzt sind und wie sie wieder sein können, wenn die auf allen Seiten bestehenden Engpässe überwunden werden. Übersichtliche Pläne und anschauliche Modelle zeigten große Ausschnitte aus den Stadtplanungen. Die Hauptverkehrsträger wie Reichsbahn, Reichspost, Straßenbahnen, Schiffahrtslinien; Brücken- und Hafenbau hatten sich alle erdenkliche Mühe gegeben, um ihre Leistungen einst und jetzt und ihre Zukunftspläne deutlich zu machen. Hier wie auch in der gesamten umfangreichen Industrie- und Handwerksschau wurde immer wieder auf die überall bestehenden Schwierigkeiten in der Herstellung und in der Belieferung hingewiesen.

Auch die ungefähr zwanzig Vorträge über aktuelle Probleme der Eisenbahn und Post, des Straßen- und Wasserstraßenverkehrs, der Hafenwirtschaft und des Brückenbaues, der Fuhrpark- und Straßenreinigungsbetriebe, der Tarifgestaltung und des Verkehrshandwerks haben in den zahlreichen Zuhörern das Verständnis für die großen Nöte und für die Bemühungen, ihrer Herr zu werden, vertieft. Die Ausführungen zeichneten sich durch Sachlichkeit und Nüchternheit aus, die mehr wirken als Verheißungen und Illusionen. Denn auch bei allem Verständnis für notwendige, weitschauende Planungen zwingt die Not zu Provisorien, um noch größeren Schaden für die Zukunft zu verhindern.

Die Stadt hat durch die Verkehrsschau und die Tagung, in deren Rahmen auch das 1921 gegründete Institut für Verkehrswirtschaft an der Universität Köln wieder eröffnet wurde, erneut gezeigt, daß sie trotz aller Schwierigkeiten bemüht ist, verlorenes Gelände zurückzugewinnen. Nun stehen die provisorisch in Stand gesetzten Ausstellungsräume bereit, um die für September angesetzte Herbstmesse aufzunehmen. Sch.