Deutschland führte im Jahre 1946 auf Befehl der North German Coal Control, die immer wieder ausdrücklich betont, daß unsere Kohlenexporte keine Reparationslieferungen darstellen. 11,9 Mill. t Steinkohle und Braunkohlenbriketts an andere europäische Länder aus (abgesehen vom Export an Elektrizität, der aus Inlandsbeständen zu erfüllen ist). Als Gegenwert wurden uns 117 Mill. Dollar gutgeschrieben, für die unsere Besatzungsmächte Lebensmittel für die westlichen Zonen einkauften. Da aber der Erlös aus der Kohle nicht ausreicht, das deutsche Existenzminimum an den notwendigsten Rohstoffen und Nahrungsmitteln zu decken, mußten die Regierungen der USA und Großbritanniens im gleichen Zeitraum etwa 520 Mill. Dollar zusätzlich aus den Leistungen ihrer Steuerzahler aufbringen. Vergleichen wir aber den Preis für eine Tonne deutscher Kohle, der aus den angeführten Zahlen mit 9,8 Dollar je Tonne leicht zu zu errechnen ist, mit dem Weltmarktpreis dieser Ware, dann kommen wir zu der Schlußfolgerung, daß unsere Leistungen unterbewertet werden; denn USA-Kohle kostet z.B. in Frankreich 22 Dollar je Tonne. Die französische Presse gibt daher ihrer Verwunderung Ausdruck, warum die westlichen Besatzungsmächte, sich den Gewinn von 10 Dollar je Tonne deutscher Kohle entgehen lassen, wobei bereits 2 Dollar Atlantikfracht für amerikanische Kohle abgerechnet sind. Gewiß, man freut sich, unsere Ware so billig zu erhalten, da es der französischen Regierung, nicht gelungen ist, die Kohle als Reparationslieferung zu erhalten; aber für uns ist kein Grund zur Freude darin zu sehen, rechnerisch und moralisch den Steuerzahlern der Westmächte zur Last zu fallen, nur weil unsere wichtigste Exportware um 50 v. H. unter Weltmarktpreis von den eBauftragten eben dieser taxpayers in Europa angeboten wird: W-n.