Ein Hamburger Exporteur, der vor dem Kriege besonders eng mit Firmen auf dem Balkan zusammenarbeitete, hatte sich kürzlich an ein Unternehmen der Textilbranche in Bulgarien gewandt, um die Möglichkeiten der Wiederaufnahme einer Geschäftsverbindung zu sondieren.

Die bulgarische Firma schreibt: "Wir müssen. Ihnen leider mitteilen, daß wir trotz unserer ständigen Bemühungen in den letzten zwei Jahren auf dem Gebiet des Exports keinen nennenswerten Erfolg erzielen konnten. Wir gewannen aus Ihrem Schreiben den Eindruck, daß Sie sich unsere tatsächliche Lage und die Schwierigkeiten nicht vorstellen können, die für alle Privatfirmen vorhan-, den sind, die mit dem Auslande arbeiten wollen. Das ist vor allem auf die Folgen des Krieges zurückzuführen, auf das Fehlen von Handelsverträgen, auf die Unmöglichkeit der Devisenbeschaffung und auf andere Schwierigkeiten, die wir Ihnen aus begreiflichen Gründen nicht näher beschreiben können.

Ab und zu werden mit einigen unserer Nachbarn, der Tschechoslowakei, Ungarn, und der Türkei, Geschäfte abgeschlossen, an denen sich aber nur wenige Firmen beteiligen können. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß ein normaler Handel in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist. Seit Beginn des Jahres 1946 haben wir mit englischen und amerikanischen Firmen Verbindungen aufgenommen. Am Fehlen, von Devisen scheitern alle Bemühungen. Dazu stellen britische Firmen für Textilien Lieferfristen bis zu zwei Jahren. Unsere größte Hoffnung bleibt. daß wir später mit Deutschland wieder normale Handelsbeziehungen aufnehmen können und durch die Ergänzung unserer beiden Wirtschaften zu größeren und regelmäßigen Abchlüssen kommen werden." We.