Deutschlands Außenwährung ist gegenwärtig der Dollar, wie der Finanzberater von General Clay, J. Bennett, bekanntgab. Das inländische Verhältnis zwischen Dollarerlösen des deutschen Exportes und den Preisen, die der deutsche Exporteur ausgezahlt erhält, ist bekanntlich noch nicht geklärt Offensichtlich will man zunächst noch innerdeutsche Preisbeichtigungen abwarten. Die Dollarrechnung soll jedoch den Vorteil erbringen, daß eine strikte Bindung am zweiseitigen, ausgeglichenen Handel zwischen einzelnen Ländern vermieden wird und der deutsche Importeur frei wählen kann, aus welchem Lande er beziehen will.

Anderseits wäre es für den deutschen Export sicherlich ein zusätzliches Hemmnis, wenn jedes andere Land in Dollar, der unbestritten knappsten Währung des Tages, bezahlen müßte. Deshalb wird für den Außenhandel der Doppelzone der Typ des "Gegenrechnungsabkommens" entwickelt Mit der Benelux, mit Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und der Tschechoslowakei sind derartige Abkommen bereits getroffen worden. Mit Finnland schweben Verhandlungen und man hofft, auch Schweden, Dänemark und Jugoslawien und andere Länder für dieses Abkommen interessieren zu können. Es handelt sich praktisch um eine Weiterentwicklung der früheren Abkommen. Der Unterschied besteht darin, daß der Spitzenausgleich weder durch Kredite noch durch Versuche angestrebt wird, ein Gleichgewicht des Handels zu erreichen. Diese Spitzen sind in Dollar vom jeweiligen Gläubigerland abzudecken, nachdem es in der Regel 3 1/2 Monate Zeit haben soll, eine "Gegenrechnung" durch Warenlieferungen oder Dienstleistungen vorzunehmen. Man hofft, auf diese Weise sowohl vom direkten Tausch, als einer zu primitiven Methode des Außenhandels, wegzukommen, als auch durch eine möglichst große Zahl derartiger Gegenrechnungsabkommen den Dollarbedarf des deutschen Außenhandels innerhalb Europas niedrig zu halten.

Zweifellos wird die Rechnung in Dollar unsere europäischen Abnehmer veranlassen, sich um möglichst große Verkäufe an die Doppelzone zu bemühen. Ein Nachteil bleibt es jedoch, daß unser ausländischer Nahrungsbedarf ausschließlich von den USA und von England gedeckt (oder geregelt) wird. Dadurch werden es Agrarländer, wie Holland oder Dänemark, schwerer haben, sich Exportmöglichkeiten in die Westzonen zu erschließen Auch hier also bleibt sachlich die Notwendigkeit, die Einzelentscheidung über die Einfuhr, auch von Nahrungsmitteln, deutschen Stellen zu übertragen, auch bereits für die Zeit, in der ausländische Kontrolle und ausländische Hilfe bestehen bleiben. Es ist jedoch zweifellos ein Fortschritt, daß der Finanzberater von General Clay feststellen konnte, alle – Dollar aus deutschen Ausfuhren nach Europa und ein Teil der außerhalb Europas aus deutschen Exporten verdienten Dollar ständen für deutsche Ausgaben nicht-landwirtschaftlicher Art in Europa zur Verfügung. (Allerdings scheinen Kohle Strom und Holz noch immer auf Sonderrechnung zu gehen.) Gegenwärtig belaufe sich der Fonds für allgemeine Importe auf etwa 90 Mill. Dollar im Vierteljahr, abgesehen von einem Kapitalfonds bis zu 100 Mill. Dollar für den Ankauf von Rohmaterialien, Rohstoffen und Halbfabrikaten, die zur deutschen Erzeugung von Exportgütern gebraucht würden. Diese Fonds würden proportional zur Erhöhung der deutschen Exporte anwachsen.

Es ist dabei noch nicht deutlich, ob die 30 Mill. Dollar für allgemeine Importe mit dem Devisenbonus von je 5 v. H. für den Fabrikanten und für die Belegschaft des exportierenden Werkes in Zukunft identisch sein werden. – Überhaupt wird man sich vor der Gefahr hüten müssen, auch in der Abrechnung der Ausfuhrerlöse zu viele Klassifizierungen zu gestatten, nachdem die amerikanische Abneigung vor Kompensationsgeschäften und Clearing-Verrechnungen zu der Ernennung des Dollar als Valuta der Doppelzone geführt hat. Gw.