Derrheinisch-westfälische Raum hat eineuralteExporteurtradition. In ihm haben sich Exportzentren von Weltruf entwickelt, die bereit und entschlossen sind, wieder da im Welthandel anzuknüpfen,wo der Krieg oder das Kriegsendedie alten internationalen Beziehungen unterbrach: Remscheid mit Werkzeugen, landwirtschaftlichenMaschinenteilen und Messern, Solingen mitSchneidwaren, Iserlohn mitKleineisenwaren, Wuppertal mit Werkzeugen und Seiden und Bändern, dazu die alte Hansestadt Köln, Düsseldorf, Hagen und andere.

Eng verbunden mit den Standorten der speziellen Fertigwarenindustrie hat sich besonders im Raum Remscheid–Solingen–Wuppertal–Hagen–Iserlohn der Typus des Fach- oderSortimentexporteurs herausgebildet: von Firmen also, die, auf Fach- undspeziellen Länderbedarfsinteressen fußend, eine besondere Stellung im Exporthandel einnehmen. Die Struktur ihres Exportgeschäfts macht es zur Bedingung, viele hunderte, ja tausende Typen von Werkzeugen, Schneidwaren, Schlössern, Kleineisenwaren, Ersatzteilen für Landmaschinenusw. auf Lager zu halten und eingehende Sortimentaufträge, an denen rein liefermäßig oft fünfzig und mehr Fabriken teilnehmen, ab Lager zu liefern.

Fastunbekannt in der breiten Öffentlichkeithaben hier seit Jahrzehnten und vielfach über 100 Jahre Exporthäuser von Weltruf die Fabrikate von unzähligen mittleren und kleinen Fabriken auf die Bedürfnisse der Weltmärkte eingestellt und technisch und ausstattungsmäßig befruchtet. Handelsmarken solcher Exporthäuser haben besonders in Süd- und Mittelamerika ihren alten, guten Ruf auch heute noch und werden von den Kunden drüben verlangt,wie Anfragen und Aufträge in Massen beweisen. Reisende mit Musterkoffern biszum Tonnengewicht gingen vor dem Kriege in alle Teile der Welt, und Filialen und Niederlassungen wurden von einer Anzahl Firmen in Mittel- undSüdamerika, in Niederländisch-Indien und anderen Gebietenunterhalten. Aber auch das Europageschäft ist von vielen dieser Spezialexporteure intensiv gepflegt worden, und der Remscheider Reisende anallen Handelsplätzen – und nicht nur an diesen –, auch Europas ständiger Gast.

Der Import- und Exporthandel Rheinlands und Westfalens hat im"Verein der Außenhandelsfirmen Nordrhein-Westfalen e. V." seine repräsentative und Standes- und Grundsatzfragen des Exports betreffende Organisation. Alle Sparten der Ein- und Ausfuhr sind in ihm vertreten. Fachliche Fragen jedoch bleiben den Fachorganisationen der Ex- und Importeure vorbehalten. Die bedeutendsteFachorganisation auf dem Gebiete der Fertigwaren in diesem Rahmen ist die der Eisen- und Metallwarenexporteure, der Fachverband der Eisen- und Metallwarenexporteure e. V., Remscheid, der, auf zonaler Basis gegründet, auch Hamburgerund Bremer Fachexporteure zuseinen Mitgliedern zählt.

Beide Organisationen sind mit einem Auskunftsbüroauf der Exportmesse Hannover (Empfangshalle) durch ihre Geschäftsführer und durch Mitgliedsfirmen vertreten.SprachkundigeEx- und Importeure stehen ausländischen Besuchern zurVerfügung in den Sparten, die sie vertreten, undfürdie Gesamtheit der Mitglieder ihrer Organisationen.

Die Exporteure des rheinisch-westfälischen Gebieteshoffen, auf der Exportmessein Hannover manchem ihrer ausländischen Freunde und Kundendie Hand drücken zu können.

F. Döring, Remscheid