Am 18. August wurde die Exportmesse Hannover eröffnet. Am 2. September wird die Leipziger Herbst-Mustermesse und am 14. September die Kölner Messe folgen. In Bad Kreuznach begann eine Exportschau für die nordfranzösische Zone, und in Dresden wird in den letzten Augusttagen eine Musterschau von Betrieben der Ostzone der Leipziger Messe vorangehen.

Die Juliexporte aus der Doppelzone belaufen sich auf 22,4 Mill. $ (12,9 Mill. $ im Juni). Die Exporterhöhung ist auf eine steigende Rohstoffausfuhr zurückzuführen, da allein Kohle, Holz sowie Hafen- und Frachtgebühren für diese Rohstoffe allein 17,4 Mill. $ ausmachen. Deutschland erhält je Tonne Exportkohle 10,5 seitdem im Januar,der Kohlenausfuhrpreis um rund 1 $ heraufgesetzt worden ist,

Exportkontrakte im Wert von 16 Mill. $ auf Fertigfabrikate wurden im Juli, wie JEIA meldet, abgeschlossen. Die Länder sind hieran wie folgt beteiligt: Bayern 5,1 Mill. $, Bremen 0,3 Mill. Hessen 1.6 Mill. $, Württemberg-Baden 1,6 Mill. $, amerikanischer Sektor Berlins 0,1 Mill. $, Hamburg 0,5 Mill. 8, Niedersachsen 2,6 Mill. Nordrhein-Westfalen 3,8 Mill. $, Schleswig-Holstein 0,1 Mill. $, britischer Sektor Berlins 0,03 Mill.

Für die Möbelversorgung der Flüchtlinge wurden 15 000 cbm Holz von der Militärregierung der britischen Zone freigegeben. Die Verteilung der vorgesehenen Holzmenge ist wie folgt gedacht: Niedersanken 40 v. H., Schleswig-Holstein 27 v. H., Nordrhein-Westfalen. v H., Hamburg 6 v. H. und Bremen 2,5 v. H

Der neue Direktor für Finanzwesen beim Frankfurter Wirtschaftsrat betrachtet die Geldreform als seine vordringliche Aufgabe.

Der deutsche Exporteur kann in Zukunft an Hand der Weltmarktpreise selbständig mit den Abnehmern Preise in folgenden Währungen vereinbaren: Gulden (Holland), Francs (Belgien), Franken – (Schweiz), Schilling (Österreich), Dollar (USA, deren Schutzgebiete und Philippinen), Pfund Sterling (Großbritannien mit Kolonien und Dominien).

Da Deutschland nach dem Potsdamer Abkommen die Fabrikation von Leichtmetallen verboten wurde, hat nun "Bipartite Board" die Einfuhr von monatlich 2000 t Hüttenaluminium genehmigt. Der Bedarf der britischen Zone konnte seit Kriegsende nur zum Teil durch Umschmelzen von Flugzeugschrott befriedigt werden. Der deutsche Wollkaufmann Henry S. Thomas, Bremen, ist nach den USA geflogen, um in Aussprachen mit führenden amerikanischen Textilfachleuten sich mit der Entwicklung dieser Industrie vertraut zu machen, da Deutschland acht Jahre vom Weltmarkt abgeschnitten war. Der Bekleidungssachverständige B. T. Roloff befindet sich in gleicher Mission in der Schweiz. Er wurde zur Unterzeichnung von Handelsverträgen in Lederartikeln, Baumwolle, Wolle, optischen Geräten und Maschinen ermächtigt. "Wir müssen uns selbst helfen, können dabei aber nicht auf die Hilfe des Auslandes verzichten. Wenn uns die Nachbarländer – Hilfe für das Anlaufen der Wirtschaft gewähren, so wäre, das der beste Dienst für Europa und die Welt", erklärte der sächsische Wirtschaftsminister Selbmann (SED) auf der Tagung, der gewerblichen Genossenschaften in Leipzig. Japan wurde von General MacArthur ermächtigt, einen Auslandskredit in Höhe von 500 Mill. $ zur Unterstützung der japanischen Wirtschaft aufzunehmen. Das japanische Parlament bezeichnet diesen Schritt als "ersten Hoffnungsschimmer des Wiederaufbaus".