In den Verhandlungen über die Belebung des deutschen Exports ist von den Vertretern der Wirtschaft wie der deutschen Behörden immer wieder betont worden, daß neben den bekannten Schwierigkeiten – Mangel an Kohle, Energie, Eisen, Arbeitskräften usw. – es vor. allem der völlige Ausfall an ausländischen Rohstoffen und an nur in Auslande zu kaufenden Hilfsmitteln sei, der die Produktionsmöglichkeiten der deutschen Industrie entscheidend beeinflusse. Daher sei es eine unerläßliche Voraussetzung, vorweg durch Einfuhr von Rohstoffenden deutschen, Herstellern, die Sicherheit der Rohstoffversorgung zu schaffet. Die dafür erforderlichen. Devisen würden nur einen verhältnismäßig geringen Aufwand, gemessen an dem Devisenerlös der durch Verarbeitung dieser Rohstoffe erzeugten Exportartikel, erfordern, sie könnten zudem aus dem vorhandenen Devisenguthaben aus den deutschen Exporten der vorhergehenden Mosa te gedeckt werden.

Dieser Erkenntnis sind die Maßnahmen der beiden Besatzungsmächte zunächst nur zögernd gefolgt, Erste Schritte auf diesem Wege waren die Einfuhren, größerer Mengen, an Baumwolle und Wolle, daran schlossen sich um die Jahreswende inder amerikanischen-Zone die Exportprogramme für bestimmte Industriezweige, wie Leder, Porzellan u. an bei denen die Finanzierung der zu importierenden Rohstoffe durch die Reconstructive Finance Corporation erfolgen sollte, von denen bislang aber nur ein Teil zu laufen begonnen hat. Ferner übernahm die JEIA die Einfuhr von Rohstoffen gemäß den vom Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden aufgestellten vierteljährlichen Plänen, ohne sie jedoch in dem vorgesehenen Maße zu erfüllen.

Bei all diesen Importen handelt es sich um Regierungsgeschäfte, bei denen die deutschen Importeure zumeist nur auf dem Wege über die Einfuhrkontore als Verteiler mitwirken können. In keinem Falle durften sie auf den Weltmärkten als Käufer auftreten, konnten also weder Preis noch Güte des Produkts beeinflussen.

In diesen Tagen ist nun von dem Bipartite Economic Panel eine Anweisung erlassen worden, die geeignet ist, wesentliche und schnell wirkende Voraussetzungen für eine nachhaltige Steigerung der deutschen Ausfuhr zu schaffen. Sie bedeutet, eine enge Koppelung des Exports mit dem Import und legt beide Aufgaben in die Hände der privaten Wirtschaft; der JEIA wie den deutschen Behörden verbleibt lediglich eine lenkende und kontrollierende Mitwirkung.

Das Verfahren beschränkt sich auf Importe der Kategorie B. bestehend aus: „Rohmaterialien, und Halbfabrikaten für die Herstellung von speziellen Exportwaren sowie Zuschußlieferungen und Unterhaltungsmaterial, um die Produktion der Exportwaren zu ermöglichen.“ Deutsche Exporteure, die für die Herstellung von Exportwaren ausländische Produkte brauchen, müssen einen Importantrag bei, ihrer Landeswirtschaftsverwaltung einreichen. Für alle Importe, die zur Durchführung der Herstellung der Exportware erforderlich sind, kann ein einziger Antrag gestellt werden, ohne Rücksicht darauf, aus welcher Quelle die Importe stammen. Die Landes-Wirtschaftsverwaltung prüft den Antrag nach bestimmten, in der Anweisung vorgeschriebenen Richtlinien, insbesondere daraufhin, ob der Devisenanfall aus der hergestellten Ware den Aufwand an Devisen für die Importe rechtfertigt, wobei als Mindestsatz der dreifache Erlös gefordert wird. Danach wird der Antrag dem Branch Office der JEIA zugeleitet, das ihn nochmals einer Prüfung unterzieht und insbesondere sich vergewissert, daß die Absatzmöglichkeiten für die Exportware auf den angegebenen ausländischen Märkten gesichert sind.

Sobald das Branch Office den Antrag genehmigt hat, geht er an die Landeswirtschaftsverwaltung zurück, und zwar versehen mit der „Authority to Import“ für den Hersteller und der Importlizenz für den Importeur. Der Antragsteller, der eine „Authority to Import“ erhalten hat, auß diese einem Handelsimporteur zur Beschaffung der beantragten Produkte übergeben, der seinerseits durch die Landeswirtschaftsverwaltung hierfür: die notwendige Importlizenz erhält. Danach kann sich der Importeur um den Kauf der Ware bei seinem ausländischen Ablader bemühen; Nach Abschluß des Importkontraktes wird dieser vom Importeur dem Branch Office der JEIA zur Genehmigung vorgelegt, das in eigener Zuständigkeit entscheidet für Importe, deren Wert bis zu 20 000 $ ausmacht; während Anträge über größere Werte dem Main Office JEIA in Minden zuzuleiten sind.

Sobald der Importeur von seinem Verkäufer die Nachricht erhalten hat, daß das Produkt verschiffungsbereit ist, eröffnet die JEIA den erforderlichen Kredit, über den verfügt werden kann gegen. Handelsrechnung und Verladepapiere. Die Lieferung soll in der Regel auf deutschem Seehafen, Fluß- oder Flughafen oder f. o. r. Grenze erfolgen. Es ist jedoch auch die Möglichkeit vorgesehen, fob ausländischem Verladehafen zu kaufen. In diesem Fall wird die JEIA die Kosten von Fracht, Versicherung, Vertreterspesen usw. bezahlen. Im allgemeinen soll die Zählung in der Währung des Landes, aus dem die Ware stammt, er folgen; es kann jedoch,Wenn Steine besonderen Bestimmungen entgegenstehen, auchZahlung, in Dollar oder in Pfund Sterling vereinbart werden.