Wenn wir uns heute mit dem Exportproblem befassen, so sollten wir von vornherein diese Frage nicht als eine solche des Tages ansehen, sondern sie im Hinblick auf den Dauererfolg betrachten, dem wir aus dem Export haben wollen. Wir müssen hiernach prüfen, ob

1. die Exportware einen möglichst hohen Devisenüberschuß erzielt,

2. die Exportware unter allmählicher Schaffung eines für uns unbedingt nötigen Lebensstandards verfügbar ist,

3. das Ausland unsere Exportware vor Abbruch der Auslandsbeziehungen gebraucht hat und voraussichtlich für einen Bezug derartiger Waren wieder interessiert ist, und schließlich

4. die Besatzungsmächte bei der Unterstützung unseres deutschen Exports nicht gleichzeitig eine besondere Gefährdung ihrer eigenen Exportinteressen durch die deutsche Ausfuhr zu befürchten brauchen.

Von der glücklichen Lösung der beiden zuerst angeschnittenen Fragen hängt weitgehend der Wiederaufbau einer selbständig arbeitenden Wirtschaft in Deutschland ab. Die Textilindustrie ist in besonderem Maße dazu berufen, zu diesem Erfolg beizutragen, nachdem die Exportmöglichkeiten der früher größten Exportträger, der Maschinenindustrie, der Eisen-, Stahl- und Metallwarenindustrie sowie der Chemischen Industrie infolge von Demontagen oder Herstellungsverboten mehr als fragwürdig geworden sind.

Weist man nun der Textilindustrie diese Rolle für die Zukunft zu, dann müssen wir uns aber von vornherein darüber klar sein, daß sie in der Vergangenheit für Deutschland kein Devisenbringer war, sondern daß durchweg ihre Devisenbilanz in den Jahren vor diesem Kriege einen Passivsaldo aufwies.