Die Deutsch-Südamerikanische Bank A.G., Zweigniederlassung Hamburg, veröffentlicht jetzt wieder regelmäßig ihren ausgezeichneten „Wirtschaftsbericht Süd- und Mittelamerika“. Aus dem soeben erschienenen August-Heft übernehmen wir (mit einigen Kürzungen) den Bericht über Argentinien, der die neuesten Bestimmungen für den Außenhandel wiedergibt,

Argentinien nimmt heute eine Sonderstellung kein, nicht nur gegenüber den am Kriege direkt beteiligt gewesenen Ländern, sondern auch gegen* über den einzelnen lateinamerikanischen Staaten Trotz des andauernden Mangels an Maschinen und Ersatzteilen; vor allem auch an Rohmaterialien für die eisenverarbeitende Industrie, trotz der Einfühlung sozialer Maßnahmen von weittragender Bedeutung, verbunden mit wesentlichen Lohnerhöhungen. und trotz der in der ganzen Welt herrschenden Unsicherheit hat sich das Wirtschaftsleben des Landes in erfreulicher Weise entwickelt. Handel Industrie und Bankwesen entfalten eine starke Aktivität und können auf erfolgreiche Jahre zurückblicken.

Viele Staaten wurden während des Krieges Schuldner Argentiniens, während es selbst dem Ausland gegenüber schuldenfrei ist.

Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß diese günstige Entwicklung auch in den kommenden-Jahren. andauern wird. Mit Frankreich, der Schweiz und der Tschechoslowakei wurden Handelsabkommen getroffen. Mit Spanien wurde ein Vertrag abgeschlossen, demzufolge diesem Land von Argentinien eine Anleihe von 30 Mill. Pesos zur Bezahlung von Lebensmittellieferungen gewährt wurde, ebenso mit Italien ein Handels- und Finanzabkommen das gleichfalls eine Kredithergabe seitens Argentiniens an Italien vorsieht.

Besonders gefestigt hat sich die Position des Landes innerhalb der lateinamerikanischer? Staaten. Die vor kurzem veröffentlichten Nachrichten, über die Bildung eines Wirtschaftsblocks zwischen Argentinien, Bolivien und Chile deuten auf die Bildung einer allgemeinen Zollunion hin. Mit folgenden Ländern sind Abkommen getroffen worden:

Chile: Zollunionsvertrag: Investierungen von 700 Mill. arg. Pesos in Chile, davon 300 Mill. für die Entwicklung von Bergbau und Industrie, weitere 300 Mill. für den Ausbau der Verbindungswege irischen Chile und Argentinien; Einräumung von Freihafenzonen für Argentinien in Valparaiso.

Peru: Abkommen über Tausch von Weizen gegen Kohle, Erdöl. Kautschuk und Metalle.