Zu den repräsentativsten Exporterzeugnissen der deutschen Industrie haben schon immer bei dem Export die Erzeugnisse der Kraftfahrzeugindustrie und der mit ihr verbundenen Kraftfahrzeugteileund Zubehörindustrie gezählt. Wenn auch nach dem Industrieplan, der aufgestellt wurde und zur Durchführung gebracht werden sollte, nur eine beschränkte Feriigungsmöglichkeit vorgesehen war, die nicht im entferntesten zur Deckung der deutschen- Bedürfnisse ausgereicht hätte, so könnte die Ausstellung der deutschen Kraftfahrzeugindustrie an hervorragender Stelle der ExportMesse verwundern: aber eben die Leistungsfähigkeit dieses Industriezweiges für die Spezialwünsche des Auslandesgibt die Berechtigung zu einer Werbung um den Auslandsmarkt, die alle Besucher von dem Exportwillen dieses GetcHäftszweiges überzeugen muß. Die Ausstellung der deutschen KraÄfahrzeugwirtschaft auf der Export Messe erinnert an die glanzvollen früheren Automobilausstellungen. Es seigt sich hier der Wunsch, eich keinesfalls vpa dem Platz verdrängen zu lassen, den sich, die Kraftfahrzeugwirtschaft in jahrelanger, mühevoller Aufbauarbeit auf ctem Weltmarkt erringen konnte. Die Ausstellungsgegenstände der Kraftfahrzeuganfaänger- und Motorradindustrie werden umrahmt von den Gegenständen der Kraftfahrzeugteile- und Zubehörindustrie, deren Erzeugnisse auch jetzt schon wieder, namentlich für die Betriebsfähigkeit und Instandsetzung der Kraftfahrzeugteile im Ausland, eine bedeutende Rolle spielen. Das Ergebnis der ersten Besuchstage ist die Feststellung eines erheblichen Ersatzteilehungers", im europäischen Raum. Die Niederlande, Schweden, Belgien und die Schweiz sind die am stärksten interessierten Länder, die vor allem eine sofortige Hilfe von der deutschen Kraftfahrzeugteile- und Zubehörindustrie erwarten und nur widerwillig und ungeduldig die. vielen Vorschriften, die für den Abschluß der Exportverträge für die deutsche Industrie zö beachten erforderlich sind, gegenüberstehen Die Notwendigkeit individueller Verkaufsabschlüsse kann daher ni&t nachdrücklich genug bei den für den Außenhandel maßgeblichen Stellen vertreten werden. Auch die hemmenden Wirkungen, für den Abschlußvon Verträgen, die wegen der Ausschaltung derVertreter der deutschen Industrie im Ausland in Erscheinung treten, bedürfen unbedingt einer Revision, denn es läßt sich in keiner. Weise übersehen, welche" Forderungen eines Tages entstehen, wenn die deutsche Industrie nicht über ihre Vertretungen im Ausland- liefert: weil ja die mit diesen früher abgeschlossenen Verträge noch gültig sind.

Eine für den Export wichtige Frage ist die preisliehe Konkurrenzfähigkeit auf den Auslandsmärkten. Die jahrelange Abschaürung von den Auslandsmärkten hat die Möglichkeit- zu Informationen über die" Weltmärktpreislage genommen. Mühsam muß bei den geschäftlichen Verhandlungen auf der Messe aus den Preisen, die von Geschäftsfreunden angeboten werden, auf die Weltmarkt Preislage geschlossen werden. Demgegenüber stehen als feste Kalkulationsfaktoren die Preise, die der Erzeuger im Inland für Auslandslieferungen braucht. Das Verhältnis Auslandspreis zum Hersteller Exportpreis, ist ein ilmrechnungsfaktor, der, ursprünglich nach den Vorschriften der Ein- und Ausfuhrhandelsorganisatiön der Besatzungsmädhte für die "Genehmigung von Äusfu hranträgea 20grunde gelegt werden sollte. Seitdem diese Bindung gefallen ist, bleibt der Umrechnungsfaktor allerdings immer noch ein gewisser Gradmesser, doch bietet schon die Lockerung der Vorschriften in gewissem Grade die- Möglichkeit, spezielle Umrechnungsfaktoren zu begründen. Freizügigkeit in der Handhabung der Preisgestaltung wird nicht nur von den ausländischen Vertretern gewünscht, son dem ist eine- Voraussetzung für die Abschlr 3möglichkeit von Exportverträgen, wenn es mit der" Durchführung solcher Exportaufträge ernst genommen werden soll. Audi die Rohstoffbescliaffungsmöglidhkeit Bedarf erheblicher Erleichterungen, wenn die Bemühungen der deutschenIndustrie auf der Export Messe zum erfolgreichen Abschluß, von Ausfuhrverträgen führen sollen.

Die Kraftfahrzettgteile- und zubehörindustrie hat im Export in der Vergangenheit groß"e Erfolgsaussichten gehabt und konnte unter günstigeren Voraussetzungen und leichteren Bedingungen exportieren als die Krattfahrzeugindustrie. An dieser Sachlage scheint sich auch nichts geändert z haben, und die Möglichkeit, daß die Teile- undZubehörindustrie wieder, Anschluß an den Weltmarkt findet und zu einem lebhafteren Güteraustausch beitragen kann, ist gegeben, wenn diesem Industriezweig und seinen Vorlieferanten der "Im puls gegeben wird, der die Produktionsvoraus- Setzung, für eine den. Auslandswünschen entsprechende termingerechte Lieferimg ermöglicht. Dipl Ing. Dr. H Trost 1