Die Weltbank gewährte Luxemburg eine Anleihe von 12 Mill. Dollar. Das Großherzogtum wird den Betrag zum Ankauf von Maschinen für die Stahlindustrie verwenden. Zur Überwindung der Dollarkrise in England werden die Bergarbeiter bis Mai 1948 wieder sechs Tage in der Woche mit Genehmigung ihrer Gewerkschaft arbeiten. Gleichzeitig hat die britische Regierung die Kohlenpreise ab 1. September um 40 sh je Tonne erhöht. Im britischen Sparprogramm sind jährlich Einsparungen in der Einfuhr in Höhe von 228 Mill. £ vorgesehen. Die Einsparungen gehen vorwiegend zu Lasten des Konsumenten, da allein die Lebensmitteleinfuhr um 144 Mill. £ eingeschränkt wurde. Dänemark hat seit Kriegsende seinen Fischüberschuß nicht absetzen können, obgleich die Kapazität seiner Fischereiflotte nicht voll ausgenutzt wurde. Vor dem Krieg gingen. 40 v. H. der dänischen Fänge nach Deutschland; daher will Dänemark wieder auf dem deutschen Markt absetzen.

Die Tschechoslowakei und Griechenland schlossen ein Handelsabkommen mit einjähriger Gültigkeit. Der Warenaustausch wird sich auf 500 Mill. Kronen belaufen. Zur Erleichterung des Handels eröffnen sich die Länder gegenseitig einen Kredit in Höhe von 75 Mill. Tschechenkronen. Frankreich und Polen schlossen zwei Handelsabkommen. Nach dem ersten Vertrag verpflichtet sich Polen zur Lieferung von 1 Mill. t Kohle jährlich gegen chemische Produkte, Erzeugnisse der Leichtindustrie und andere Waren aus Frankreich. Das zweite Abkommen sieht bei vierjähriger Gültigkeit vor, daß Frankreich gegen Barzahlung die für den Wiederaufbau der polnischen Wirtschaft erforderlichen Güter, vor allem Lastwagen und Industrieausrüstungen, liefert. Importregulierungen haben nach Brasilien und Argentinien nun auch Kolumbien, Ekuador, Peru sowie Iran eingeführt. Singapur hat den, Luxuswarenimport aus valutastarken Ländern verboten, um Großbritannien in seiner Wirtschaftskrise zu helfen.

Der Produktionsindex der USA beläuft sich für Juni auf 183 gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 1935/39 = 100. Die „United States German Chamber of Commerce“, 71 Broadway, New York, wurde als amerikanische Handelskammer für deutsche Handelsfragen mit dem Ziel der Vermittlung deutscher und amerikanischer Geschäftsverbindungen gegründet.

Eine Denkschrift des VAW Minden befaßt sich mit der unrationellen Wirtschaftsweise: mit 60 v. H. der Kohle von 1936 werden nur 35 v. H. der Produktion dieses Jahres erzeugt; der Zechenselbstverbrauch ist von 84 kg/t auf 160 kg gestiegen; die Reichsbahn verbraucht je 1000 Lok/km. statt 14 t Kohle im Jahre 1936 heute 24 t.

Zwischen der Doppelzone und Norwegen wurde ein Handelsabkommen abgeschlossen. Bei der Bank von Norwegen hat die norwegische Regierung ein Verrechnungskonto in norwegischen Kronen eröffnet, über das alle Zahlungen verrechnet werden sollen. Norwegen wünscht aus Deutschland Chemikalien, Maschinen, Gummierzeugnisse, Textilien, Stahlprodukte und elektrische Einrichtungen. Dafür will das Land Schwefelkies, Fische, Fischprodukte, Fettsäuren Walöl und Schleifsteine liefern.

Im Zusammenhang mit der Neufestsetzung der deutschen Stahlproduktion sind die Juli-Produktionszahlen für Stahl von Interesse: Roheisen 154 000 t, Rohstahl 237 000 t, Eisenguß 32 000 t, Temperguß 2000 t, Stahlformguß 5000 t, Walzstahl-Fertigerzeugnisse 162 000 t und Schmiedestahl-Fertigerzeugnisse 17 000 t.

Glanzstoff-Courtaulds in Köln mußte infolge Ausbleibens der Rohstoffzuteilung seine Anlagen zur Herstellung von Festzellwolle stillegen. Die Betriebseinschränkung wird sich auf die Gummiindustrie und die süddeutsche Nähgarnfabrikation weiterauswirken. Der Nadelholzbestand der britischen Zone wird nach Schätzungen Sachverständiger des VAW Minden in fünf Jahren aufgebraucht sein. Der Grubenholzbedarf des Ruhrgebietes wird gegenwärtig zu 66 v. H. aus der Doppelzone gedeckt, der Rest wird aus der sowjetischen und französischen Besatzungszone „importiert“.